<< Dorno, Carl Wilhelm Max
Dornum, Ulrich von >>
Dornspach (Dornowitz von Dornspach zu Poritsch), Nikolaus von (seit 1556)
Bürgermeister von Zittau,
* 29.6.1516 Mährisch-Trübau,
† 7.9.1580 Zittau (Sachsen). (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann, Stadtschreiber in Mährisch-Trübau;
B Florian, Stadtschreiber
u. Bgm. in Mährisch-Trübau;
⚭ 1) Zittau 1539 Christine Just (
† 1571),
Wwe des
Bgm. Wenzel Lankisch, 2) Zittau 25.7.1571 Elisabeth (
† 1618),
T des
Bgm. Schnitter in Görlitz; kinderlos; 1
S; 5
K aus 1),
u. a. Wenzel Lankisch (geadelt 1582,
† 1584), Stadtschreiber
u. seit 1569 Syndikus
v. Zittau.
Leben ↑
Dornspach studierte in Krakau, hörte in Wittenberg Luther und Melanchthon und wurde 1536 unter dem Rektorat seines Freundes Andreas Maskus Lehrer an der Stadtschule in Zittau. Durch seine erste Heirat kam er in die führenden Kreise des Zittauer Rats, dem er seit 1542 angehörte und von dem er 1546 zum Stadtschreiber gewählt wurde. Bedeutung erlangte er durch die wirtschaftliche Rettung der Stadt Zittau nach dem sogenannten Pönfall, dem Strafgericht Ferdinands I. gegen die protestantischen Oberlausitzer Sechsstädte. Dornspach gelang es – obwohl er zu den 12 Zittauern gehörte, die sich in Prag wegen Hochverrats zu verantworten hatten – bereits in dem von den königlichen Kommissaren eingesetzten neuen Rat zum 2. und ab 1549 zum 1. Bürgermeister ernannt zu werden. Zittau erhielt dank Dornspachs Diplomatie nicht nur seine im Pönfall verlorengegangenen Güter, Privilegien und Zunftfreiheiten zurück, sondern erwarb noch ausgedehnten neuen Grundbesitz und wurde Mittelpunkt des lausitzischen und böhmischen Leinwandhandels. Auch die – erst nach seinem Tode erfolgte – Erhebung der Zittauer Schule zum Gymnasium (1586) ist Dornspach zu verdanken. Durch umfangreichen eigenen Grundbesitz und Handel sowie zahlreiche Nebenämter (Oberkirchvater und Oberspitalmeister, Salz-, Fisch- und Kellerherr, Landrichter und Renteinnehmer der Oberlausitz, Bestandherr des Stiftes Oybin und so weiter) wurde Dornspach sehr reich und führte ein unliebsam auffallendes, prunkvolles und selbstgefälliges Regiment, was ein eigener Thronsessel in seinem heute noch erhaltenen Hause, dem Bierhof, bezeugt. – 1559 Kaiserlicher Rat.
Literatur ↑
B. Quinos,
Lpr. üb. N.
v. D., Bautzen 1580; Ch. G. May, N.
v. D., 1812
(P); E. Haupt,
Wilh. u. Conrad, Brüder Nesen, N.
v. D. u. Procopius Naso, 1843
(die hier abgedr. Geneal. D.s nach e. Hs. v. 1726 in d. Zittauer Stadtbibl. hat Seeliger 1928 als Fälschung entlarvt); G. Korschelt,
|N.
v. D., in: Zittauer
Nachrr. u. Anz., 1895,
Nr. 285-88; E. A. Seeliger, Neues
üb. N.
v. D., in: Zittauer Gesch.bll. 5, 1928,
Nr. 12,
u. 6, 1929,
Nr. 1
(Wiedergabe v. Unterschr. u. Wappen D.s);
ders., N.
D., in:
Sächs. Lb. II, 1938, S. 38-47
(L).
Portraits ↑
Grabplatte (seit 1838 als Denkm. am Alten Gymnasium Zittau),
Abb. in: Beschr.
Darst. d. alt. Bau- und Kunstdenkm. Sachsens 30, 1907, S. 17; Titelkupf. (nach Grabplatte),
Abb. bei May (
s. L).
Autor ↑
Helmut DeckertEmpfohlene Zitierweise ↑
Deckert, Helmut, „Dornspach, Nikolaus von“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
81 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd123742323.html
Dornspach, Nikolaus von
Name: Dornspach, Nikolaus von
Namensvariante: Dornowitz von Dornspach zu Poritsch, Nikolaus
Namensvariante: Dornspach, Nikolaus
Lebensdaten: 1516 bis 1580
Geburtsort: Mährisch-Trübau
Sterbeort: Zittau (Sachsen)
Beruf/Lebensstellung: Bürgermeister von Zittau
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Deckert, HelmutPND: 123742323