<< Donle, Ludwig Friedrich Karl Ritter von
Donner, Georg Raphael Johann >>
Donner, Conrad Hinrich
Bankier,
* 11.4.1774 Altona,
† 1.1.1854 Altona. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Christoph (1739–1804),
Dir. der Speziesbank
u. des Fischerei-
u. Handelsinstituts, dänischer Hotagent in Altona,
S des Joachim Hinrich (1683–1748), Pastor in Gudow,
u. der Pastorstochter Anna Maria Beeck;
M Maria (1742–1802),
T des Christian
Mich. Anterer aus Kassel,
Kaufm. in Altona,
u. der Kaufmannstochter
Elis. Piet aus der wallonischen
Gem. in Altona;
B Joh. Christoph (1777–1834),
Kaufm., Leiter der oktroyierten Heringskompagnie in Altona;
⚭ 1804
Elis. (1784–1826),
T des
Kaufm. Barend Willink in Hamburg
u. der
Elis. Beets; 5
K,
u. a. Bernhard (1808–65,
⚭ 1838 Helene,
T des Bankiers
Joh. Heinr. Frhr. v. Schröder,
† 1883), dänischer Etatsrat,
Nachf. des
V im Geschäft, erbaute 1853 auf
s. Grundstück in Neumühlen das Donnerschloß, Nachkommen 1873 geadelt;
N (
K des
Joh. Christoph)
Joh. Jul. (1810–76,
⚭ Friederike,
T des Christian
Heinr. Storjohann, 1788–1843, Großkaufmann in Altona), Arthur (1813–88,
⚭ Maria,
T des
Gg. Nikolaus Knauer, 1796–1873, Reeder
u. Tabakfabrikant in Altona), beide Großkaufleute in Altona
u. Hamburg, Marg.
Elis. (1821–94,
⚭ Wilh. Goßler, 1811–95,
Teilh. v. Berenberg-Goßler, Gründer
v. Wm. Goßler,
s. NDB II).
Leben ↑
Nach Beendigung seiner Lehrzeit bei dem Altonaer Handelsherrn und Philanthropen J. D. Lawaetz trat Donner als Kaufmann in die 1612 gegründete Dänisch Ostindien-Compagnie ein. Durch seine Reisen nach Ostindien, Madagaskar und St. Thomas erwarb er wertvolle Verbindungen. 1798 gründete er in Altona die heute noch blühende Firma C. H. Donner. Er betätigte sich in Wareneinfuhr, Reederei und besonders in Bankgeschäften für die nach Altona geflüchteten französischen Emigranten zwecks günstiger Anlage ihrer geretteten Kapitalien. Wenige Jahre später zwangen ihn Elbblockade und Kontinentalsperre sich umzustellen. Über Tönning bezog er amerikanischen Tabak, den er in eigener Fabrik zu Halbfertigfabrikaten von Schnupftabak, sogenannten Carotten verarbeitete, wodurch er 150 Leuten Verdienst geben konnte. Nach Kriegsende wurde er einer der größten Altonaer Importeure in Übersee-Erzeugnissen und bereederte bis an sein Lebensende ständig 4 bis 5 Segelschiffe. Später trat das Bankgeschäft immer mehr in den Vordergrund, zumal Donner zahlreiche Finanzaktionen für den dänischen König und den Hof durchführte. Für diese Tätigkeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. König Christian VIII. wurde sein persönlicher Freund und besuchte ihn auch auf seinem Landsitz in Altona-Neumühlen. 1830 erwarb Donner die Güter Bredeneck und Rethwisch bei Preetz, aus denen er ein Fideikommiß schuf. Als politisch interessierter Mann wurde er 1832 Mitglied des „Collegiums der Erfahrenen Männer zur Regulierung der ständischen Verfassung in den Herzogtümern“. Für wohltätige Zwecke gab er alljährlich große Summen aus und unterstützte großzügig die Altonaer Sonntagsschulen zwecks fachlicher Weiterbildung von Handwerkern und Künstlern. Das bei seinem Tode hinterlassene Vermögen wurde auf 10 Millionen Kurantmark geschätzt. Am 1.1.1872 wurde die Firma C. H. Donner, die sich später nur noch als Bankhaus betätigte, nach Hamburg verlegt, wo sie heute noch besteht.
Literatur ↑
Th. Hoffmann, Die Elbchaussee, 1937;
ders., C. H.
D., in: Hamburger
Nachrr. v. 9.1.1938;
A. Holst Jörgensen, C. H.
D., in: Flensburg Avis
v. 31.12.1953
u. 2.1.1954.
Portraits ↑
Lith. v. J. F. Fritz
u. O. Speckter (Staatsarchiv Hamburg, Dienststelle Altona).
Autor ↑
Hildegard von MarchtalerEmpfohlene Zitierweise ↑
Marchtaler, Hildegard von, „Donner, Conrad Hinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
73
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135707099.html