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Schrötter, Hermann Anton
Laryngologe,
* 5.8.1870 Wien,
† 6.1.1928 Wien.
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Quellen
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| Zitierweise
Genealogie ↑
V Leopold (s. 2),
S d. Anton (s. 1);
M Elisabeth Caroline Wagner;
⚭ 1925 Marguerite Alice Corozo,
geb. Ronco (
* 1887), Opernsängerin.
Leben ↑
S. studierte seit 1888 an der
Univ. Wien, 1890/91 auch in Straßburg, Medizin und Naturwissenschaften. 1894 wurde er zum
Dr. med. und 1895 zum
Dr. phil. promoviert. Nach zwei Jahren als Operationszögling an der II. Chirurgischen Klinik des Wiener Allgemeinen Krankenhauses von Karl Gussenbauer (1842–1903) war er bis 1908 als Assistent an der von seinem Vater geleiteten III. Medizinischen Klinik tätig. Aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit der Bronchoskopie konnte er als Erster in Wien Lungentumore diagnostizieren. 1913 wurde
S. Regimentsarzt der Reserve. Im 1. Weltkrieg war er Sanitätsoffizier, seit 1916 Stabsarzt. Nach Kriegsende war er in einem Malariaspital in Wieselburg sowie in einem Reservespital in Wien beschäftigt, 1919 wurde er aus dem Militärdienst entlassen.
1920 wurde
S., selbst schwer lungenkrank, provisorischer Leiter der inzwischen verstaatlichten Lungenheilanstalt Alland. Die Bekämpfung der Tuberkulose war ihm ein wichtiges Anliegen. 1908 hatte er am Internationalen Tuberkulose-Kongreß in Washington D. C. teilgenommen, später war er Direktor der Verwaltungskommission der „Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose“. Nach der Reprivatisierung von Alland wechselte
S. in das „Ministerium für soziale Verwaltung“, wo er
u. a. die Verabreichung von jodiertem Speisesalz als Kropfprophylaktikum einführte und als Delegierter Österreichs an der 1922 vom Völkerbund einberufenen Sanitätskonferenz teilnahm. 1925 trat
S. in den Ruhestand und habilitierte sich an der
Univ. Wien für Innere Medizin.
S. war häufig auf Reisen, die er auch für wissenschaftliche Zwecke nutzte. 1909 begleitete er
Hzg. Georg Wilhelm von Braunschweig in den Sudan, 1910 forschte er über die Heliotherapie auf Teneriffa, 1911 studierte er die klimatischen Verhältnisse in Dalmatien, 1912/13 war er im Auftrag des Roten Kreuzes in Montenegro. Im 1. Weltkrieg war er zeitweise Sanitätschef eines Reservespitals in Jerusalem, 1924 führten ihn balneologische Studien ans Tote Meer.
S.s Publikationen behandelten überwiegend physiologische Fragestellungen,
u. a. Luftdruckerkrankungen, Krankheiten der Bronchien, Tuberkulose oder Energetik der musikalischen Arbeit. Er beschäftigte sich auch intensiv mit dem Flugwesen und absolvierte zwölf Ballonfahrten bis in 8800 m Höhe. Herausragende Leistungen auf diesem Gebiet sind die Entwicklung einer Methode zur Überprüfung der physischen Eignung von Piloten und die Konstruktion der ersten luftdichten Gondel für Ballonflüge 1903. Mit seinen Arbeiten über Aeronautik und Aviatik wurde
S. zu einem Pionier der Luftfahrtmedizin.
Auszeichnungen ↑
Reg.rat (1920);
HR (1926).
Werke ↑
Zur Kenntnis d. Bergkrankheit, 1899;
Luftdruckerkrankungen mit
bes. Berücks. d.
sog. Caissonkrankheit, 1901 (mit R. Heller u. W. Mager);
Der Sauerstoff in d. Prophylaxe u. Therapie d. Luftdruckerkrankungen, 1906;
Klinik d. Bronchoskopie, 1906;
Hygiene d. Aeronautik u. Aviatik, 1909,
21912;
Skizzen e. Feldarztes aus Montenegro, 1913;
Zur Theorie u. Praxis d. Strahlenbehandlung d. Tuberkulose, in: Strahlentherapie 11, 1920, S. 605-45;
Über d. Energieverbrauch
b. musikal. Betätigung, in: Pflügers Archiv f. d.
ges. Physiol. d. Menschen u. d. Tiere 211, 1926, S. 1-63 (mit A. Loewy).
Literatur ↑
E. Urbantschitsch, in:
Mschr. f. Ohrenheilkunde u.
Laryngo-Rhinol. 62, 1928, S. 129 f.;
M. Weinberger, in: Wiener Klin.
Wschr. 41, 1928, S. 136;
ders., in: Wiener
Med. Wschr. 88, 1938, S. 171;
A. Loewy, in:
Dt. Med. Wschr. 54, 1928, S. 365;
G. Schubert, Austrian Pioneers of Aviation Medicine, in: Clio Medica 2, 1967, S. 135 f.;
J. Stumpf, Personalbibliogr.
v. Professoren u. Dozenten d. inneren
Med. an d.
Med. Fak. d.
Univ. Wien 1885-1935, 1972, S. 190-201
(W-Verz.);
E. H. Majer u. M. Skopec, Zur
Gesch. d.
Oto-Rhino-Laryngol. in
Österr.,
21998, S. 68;
Kürschner, Gel.-Kal. 1925
(W-Verz.);
Fischer;
Kreuter, Neurologen;
ÖBL;
Hist. Lex. Wien, Erg.bd.;
|Quellen ↑
Qu Österr. StA,
Allg. Verw.archiv;
Archiv d.
Univ. Wien;
Kriegsarchiv;
Stadt- u. Landesarchiv, alle Wien;
Med. Univ. Wien,
Hss.slg. d.
Inst. f.
Gesch. d.
Med. (hier auch
Photogrr.);
Techn. Mus. Wien,
Hss.- u.
Urkk.slg.Autor ↑
Bruno BauerEmpfohlene Zitierweise ↑
Bauer, Bruno, „Schrötter, Hermann Anton“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
597
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/sfz116664.html
Schrötter von Kristelli, Hermann
Name: Schrötter von Kristelli, Hermann
Namensvariante: Schrötter von Kristelli, Hermann Anton
Lebensdaten: 1870 bis 1928
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Laryngologe
Autor NDB:
Bauer, Bruno