<< Schreger, Odilo
Schreiber, Georg >>
Schreiber, Christian Karl August
Bischof von Meißen (seit 1921) und Berlin (seit 1929),
* 3.8.1872 Somborn bei Gelnhausen,
† 1.9.1933 Berlin,
⚰ Berlin, Krypta d. Hedwigs-Kathedrale.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V August, Schreinermeister;
M Elisabeth Schneider; 3 jüngere
Geschw.Leben ↑
S. besuchte die Volksschule und seit 1887 das Gymnasium in Fulda. Nach dem Abitur 1892 studierte er ein Semester am Priesterseminar in Fulda, dann als Germaniker an der Gregoriana in Rom, wo er 1898 zum Priester geweiht und 1899 zum
Dr. phil. et
theol. promoviert wurde. Im selben Jahr kehrte er nach Fulda zurück und wurde am dortigen Priesterseminar zum Professor für Philosophie, 1907 für Dogmatik, Apologetik und Homiletik sowie zum Regens bestellt. Obwohl kein Forscher und literarisch wenig produktiv, war
S. 1907-22 Mitherausgeber des Philosophischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft. 1921 ernannte ihn Papst Benedikt XV. zum Bischof des im selben Jahr wiedererrichteten Bistums Meißen mit Sitz in Bautzen.
S. machte sich um den organisatorischen und institutionellen Aufbau dieses Diasporabistums sehr verdient (Errichtung
v. 22 neuen Pfarreien; Gründung e. Diözesancaritasverbands 1921, e. Pastoralseminars in Schmochtitz 1927 u. zweier Frauenklöster) und suchte durch pastorales Wirken, jährliche Romreisen und Katholikentage mit feierlichen Gottesdiensten, öffentliche Vortragstätigkeit, Veranstaltung von
kath. Tagungen und Sicherung des Fortbestands
kath. Schulen das religiöse Leben zu intensivieren sowie den Katholizismus im Stammland der Reformation ins öffentliche Bewußtsein zu heben. Mit
päpstl. Unterstützung unternahm
S. 1927/28 eine Kollektenreise durch die USA. 1929 berief Papst Pius XI. den zwar gesundheitlich geschwächten, aber sozial aufgeschlossenen und eloquenten Bischof zum
Apostol. Administrator des neugegründeten Bistums Berlin (Inthronisation 1930). Als Bischof der Reichshauptstadt fiel dem erprobten Organisator als vordringlichste Aufgabe erneut der Aufbau der Diözesanverwaltung samt Konstituierung eines Domkapitels (1931) und die Errichtung eines Priesterseminars (1932 in Hermersdorf) zu. Zudem konnte er in den drei Jahren seines Berliner Pontifikats 38 Kirchen und Kapellen einweihen, zwanzig neue Seelsorgestellen errichten und mit staatlicher Hilfe eine repräsentative Neugestaltung der Berliner Hedwigs-Kathedrale bewirken. Aber auch hier legte er den Schwerpunkt seines bischöflichen Wirkens auf die religiöse Erneuerung und die Selbstdarstellung der Kirche in der Öffentlichkeit.
|Werke ↑
u. a. Christentum u.
Naturwiss., 1902;
Die Schulaufsichtsfrage, 1910;
Der Weltkrieg u. d. Vorsehung Gottes, 1915;
Kant u. d. Gottesbeweise, 1922;
Wallfahrten durchs
dt. Land, 1928
(Hg.);
Führer durch d. Kirchenj., aus d. Nachlaß
hg. v. A. Strahler, 1934.
Literatur ↑
A. Strehler, C.
S., 1933;
H. F. Fischer, Die Wiedererrichtung d.
Bm. Meißen 1921 u. ihre
Vorgesch., 1992;
M. Höhle, Die Gründung d.
Bm. Berlin 1930, 1996;
ders. (
Hg.), 75 J.
Bm. Berlin, 2005;
Wi. 1928;
Rhdb. (P);
Biogr. Lex. KV;
RGG;
LThK2+3;
Gatz I
(W, L, P);
BBKL (W, L).Autor ↑
Manfred WeitlauffEmpfohlene Zitierweise ↑
Weitlauff, Manfred, „Schreiber, Christian Karl August“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
528-529
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117040002.html
Schreiber, Christian
Name: Schreiber, Christian
Namensvariante: Schreiber, Christian Karl August
Lebensdaten: 1872 bis 1933
Geburtsort: Somborn bei Gelnhausen
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Meißen und Berlin
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Weitlauff, ManfredPND: 117040002