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NDB-Artikel

<< Schott, Otto Karl Albert     Schott, Friedrich >>

Schott, Anselm (Taufname August)

Benediktiner, * 3.9.1843 Staufeneck bei Salach im Filstal (Württemberg), 23.4.1896 Maria Laach (Rheinland), Maria Laach (Rheinland), Krypta d. Sankt Nikolauskapelle.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Eduard Saladin (1812–87, ev.), Gutspächter, S d. Albert (1782–1861), Dr. iur., Obertribunalprokurator in Stuttgart, 1848 Mitgl. d. Frankfurter NV (s. ADB 54), u. d. Auguste Sophie Hofacker; M Antonie (1816–1900, kath.), T d. Franz Josef Weyland (1769–1832), hess. Justizamtmann, Landrichter in Wimpfen, u. d. Theresia Bögner ( 1777); Ur-Gvv Karl Christoph Hofacker (1749–93), Prof. d. Rechte in Tübingen (s. ADB XII); Ov Sigmund (1818–95), RA u. Pol. in Stuttgart (s. ADB 54); 6 Geschw u. a. Arthur Eduard (1838–91), Privatgel., Gründer d. Süddt. Verlagsbuchhandlung in Stuttgart, Karl Albert v. S. (1840-1911), württ. Oberstlt., Schlachten- u. Landschaftsmaler (s. ThB). Anton (1846–1913), Offz., später Opernsänger (s. Zeitgenossenlex.; Kosch, Theater-Lex.; Kutsch-Riemens, Sängerlex.), Anna Sabina (1856–1942, Maximilian Fraundorfer), Antonie (1859–1918, Anton Fraundorfer, 1918, Arzt); N Paul Fraundorfer (1893–1963), Dr. phil., Archivrat in Speyer, 1934-58 Dir. d. StA in Würzburg (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1950–61).

Leben  
Seine Schuljahre verbrachte S. bei Verwandten der Mutter zunächst im hess. Viernheim. 1852-62 als Gymnasiast in Darmstadt. Nach dem Abitur in Ehingen war er als Kandidat des Priesteramts in der Diözese Rottenburg im Tübinger Wilhelmsstift und studierte 1862-66 – mit zwei Gastsemestern in München 1864/65 – an der dortigen Universität Theologie. Nach der Priesterweihe 1867 und einem Jahr als Vikar in Biberach wurde S. 1868 Benediktiner im neugegründeten Kloster Beuron. Während des Kulturkampfs mußte S. mit seinen Mitbrüdern das Dt. Reich verlassen und übersiedelte 1876 nach Maredsous (Belgien), 1881 nach Emaus (in Prag) und 1883 nach Seckau (Steiermark). 1891 kehrte er nach Beuron zurück, gehörte aber bereits im Folgejahr zu der Gründergruppe, die mit der Wiederbesiedlung Maria Laachs beauftragt wurde.
|Langanhaltende Bekanntheit erlangte S. 1884 durch seine Übersetzung des Missale in Gestalt eines Gebetbuchs mit liturgischen Erklärungen für Laien, in der er sich dem monastisch-liturgischen Programm anschloß, das von Solesmes (Frankreich) unter Abt Prosper Guéranger (1805–75) ausging. Das „Meßbuch der hl. Kirche“ erreichte während S.s Lebenszeit vier Auflagen (41894), wurde danach von der Erzabtei Beuron betreut und gewann in der ersten Hälfte des 20. Jh. weitere Verbreitung, da die „liturgische Bewegung“ nach einer handlichen und guten dt. Ausgabe des Missale verlangte. Unter der seit 1928 vom Herder Verlag warenrechtlich geschützten Bezeichnung „Schott“ wurde S.s Band zum weitest verbreiteten Gebetbuch dt.sprachiger Katholiken. Die bibliographische Erfassung der zahlreichen Ausgaben und Ergänzungen umfaßt über 600 Nummern. Die Standardausgabe wurde bis 1968 viermal durchgehend überarbeitet und in über 3,2 Mio. Exemplaren verkauft. Von der lat.-dt. Gesamtausgabe erschienen 1926-65 26 Auflagen. Nach den Reformen des II. Vatikan. Konzils wurden seit 1975 gänzlich neue Ausgaben vorgelegt, die aber immer noch als „Schott“ firmieren. In keiner anderen Sprache erzielte eine muttersprachliche Fassung des Missale unter dem Namen eines Bearbeiters vergleichbaren Erfolg. Nicht zuletzt durch den „Schott“ waren die dt.sprachigen Katholiken auf die liturgischen Reformen des II. Vatikan. Konzils eingestimmt. Parallel zum Meßbuch gab S. 1893 eine ebenfalls für Laien bearbeitete und erfolgreiche lat.-dt. Ausgabe des Abendgottesdienstes der Tagzeitenliturgie (Stundengebet: „Vesper“) heraus (51913).

Bibliogr.: A. Häußling, Das Missale deutsch, I, 1984, Nr. 596-1004.
Literatur  
J. Uttenweiler, Die Gesch. d. Laien-Meßbuches v. P. A. S., 1935; A. Dangelmaier, P. A. S., 1971 (P); A. Häußling, Einhundert J. „Schott“, E. v. Severus, P. A. S. in Maria Laach, 1984; P. Kopf, in: Lb. Schwaben 17, 1991, S. 171-93 (Qu, W, L, P); ÖBL; Nassau. Biogr.; LThK1-3; BBKL; RGG4.

Autor  
Angelus A. Häußling OSBBenediktinerorden
Empfohlene Zitierweise  

Häußling OSB, Angelus A., „Schott, Anselm“, in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 490-491 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/sfz115929.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 23 (2007), S. 490-491

PND:
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Index

Schott, Anselm

Name: Schott, Anselm
Namensvariante: Schott, August
Lebensdaten: 1843 bis 1896
Geburtsort: Staufeneck bei Salach im Filstal (Württemberg)
Sterbeort: Maria Laach (Rheinland)
Beruf/Lebensstellung: Benediktiner
Konfession: katholisch
Autor NDB: Häußling OSB, Angelus A.