<< Schönfeld, Johann Heinrich
Schönfeld, Walther >>
Schönfeld, Walther Heinrich Paul
Dermatologe, Venerologe, Medizinhistoriker,
* 15.5.1888 Gersfeld (Rhön),
† 26.3.1977 Heidelberg.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Franz (1861–1938), aus Liegnitz oder Goldberg (Schlesien), Rechnungsrat;
M Alma Pabst (1864–1946);
⚭ Danzig 1921 Hannah (1895–1982),
T d. Artur Brausewotter (
Ps. Arthur Sewett, Friedrich Leoni) (1864–1946), aus Stettin, 1890 Prediger in Reichenberg
b. Danzig, 1893 Archidiakon an
St. Marien in Danzig,
Schriftst., zuletzt in
H. (s.
Altpreuß. Biogr. III;
Killy; Wendt, Stettiner
Lb., 2004), u. d. Else Pretzell (1871–1945); 2
S Jobst (1922–2004),
Dr. med., Facharzt f. Haut- u. Geschlechtskrankheiten in
H.,
Ltd. Reg.med.dir., Klaus-Dietrich (
* 1926),
Dr. med., Facharzt f. HNO;
Urur-Gvv d. Ehefrau Louis Angely (1787/88-1835), Theaterschriftst.,
Schausp. (s.
NDB I u. 23
*).
Leben ↑
An den Besuch des humanistischen Gymnasiums Johanneum (Ritterakademie) in Liegnitz schloß 1906-11 das Studium der Medizin in Breslau, Rostock, München und Würz
|burg an. Nach dem Staatsexamen (1911) und der Promotion (Über Rhinitis hyperplastica oedematosa, 1912) wurde
S. Assistent an der Würzburger
Univ.-Hautklinik unter Karl Zieler (1874–1945). Mit diesem publizierte er 1912 einen Beitrag über Geschlechtskrankheiten in dem von A. Moll herausgegebenen „Handbuch der Sexualwissenschaften“. 1917 habilitierte sich
S. in Würzburg für Dermatologie und Venerologie, erhielt dort eine
ao. Professur und wurde 1922 auf den Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie der
Univ. Greifswald berufen. 1935 folgte er dem aus rassischen Gründen entlassenen und in die Emigration getriebenen Siegfried Bettmann (1869–1939) als Direktor der
Univ.-Hautklinik in Heidelberg nach. Der
NS-ldeologie stand
S. aufgeschlossen gegenüber, wurde nach Kriegsende jedoch als politisch unbelastet eingestuft.
Bereits in Würzburg hatte
S. mit Untersuchungen zur Hauttuberkulose, zu Berufsdermatosen und besonders zur Syphiliserkrankung und ihrer Salvarsan-Wismut-Therapie begonnen. Sein Interesse galt auch der Gonorrhoe, den Herpes-Erkrankungen sowie den Pocken und reichte bis zu Problemen mit Tätowierungen. 1938 gab er das „Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten“ heraus, später weitere bedeutendende Werke wie den „Atlas der Haut- und Geschlechtskrankheiten“ (mit W. Frieboes, 1949,
21955) und die zusammen mit Heinrich A. Gottron (1890–1974) besorgte „Dermatologie und Venerologie“ (5
Bde., 1958–65). Seine in zunehmendem Maß medizingeschichtlich orientierten Arbeiten, insbesondere zur Frühen Neuzeit, fanden Beachtung.
S. bemühte sich erfolgreich um die Errichtung eines Instituts für Geschichte der Medizin an der
Univ. Heidelberg, das 1961 unter Leitung von Heinrich Schipperges (1918–2003) die Arbeit aufnahm.
Auszeichnungen ↑
Kg. Ludwigs-Kreuz (1916);
Dr. med. h. c. (Greifswald 1956); Gr.
BVK (1958).
Werke ↑
Weitere W
Frauen in d. abendländ. Heilkunde, 1947;
Kurze
Gesch. d.
Dermatol. u. ihre kulturgeschichtl. Spiegelung, 1954;
Kurze
Gesch. d.
Dermatol. u.
Venerol., 1954.
Literatur ↑
J. Hämel, in: Der Hautarzt 14, 1963, S. 239;
H. Schipperges, W.
S. u. seine Verdienste als
Med.hist.,
ebd. 31, 1980, S. 441-43;
P. Zierz, in: Dermatolog.
Wschr. 147, 1963, S. 505-08;
H. Zell, W.
S.,
Verz. seiner
Schrr. 1912–65, in: Heidelberger
Jbb. 12, 1968, S. 59-71;
C. Nemetz, W.
S. u. d.
Gesch. d. Hautklinik Heidelberg
v. 1935-1959, Leben u. Werk,
Diss. Heidelberg, 2004;
Rhdb. (P);
Fischer;
Wi. 1935-1971.
Autor ↑
Wolfgang U. EckartEmpfohlene Zitierweise ↑
Eckart, Wolfgang U., „Schönfeld, Walther Heinrich Paul“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
409-410
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116868147.html