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NDB-Artikel

<< Döring, Theodor     Dörnberg, Freiherren von. >>

Dörmann (eigentlich Biedermann), Felix

Schriftsteller, * 29.5.1870 Wien, 26.10.1928 Wien. (katholisch, 1904 evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Gustav Frdr. Biedermann (1828–71), Großhandlungsgeschäftsführer, S des David (1782–1838, isr.), Großhändler in Wien, u. der Therese Goldstein; M Emilie (1835–1911, kath.), T des Hofkanzlisten u. Notars Ludw. v. Sztankovits; 1) Wien 1900 ( 1904) Maria ( 1923), T des Franz Gf. v. Bubna u. Lititz u. der Laura Schubert, 2) Wien 1909 Klara Schauer (* 1885); 1 T aus 1).

Leben  
Dörmann ist eine typische Erscheinung der Jungwiener Moderne um die Jahrhundertwende, Zeitgenosse, Jugend- und Kaffeehausfreund von Hermann Bahr, Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal; er steht in seinen Anfängen unter dem starken Einfluß von Baudelaire und Swinburne. Dörmann wird von Karl Kraus in seiner Persiflage „Die demolierte Literatur“ (1896) als „bei seiner Jugend heute schon ein geübter Greis“ trefflich charakterisiert (vergleiche(nd) dazu den eigenen Ausspruch Dörmanns: „Es ist merkwürdig, manche Menschen sind am ältesten, wenn sie am jüngsten sind“). Dörmann kann als Parallelerscheinung französischer Literatur und Lebensformen gegen Ende des Jahrhunderts gelten. Aus seinen frühen Gedichtbänden, „Neurotica" (1891), „Sensationen" (1892), „Gelächter" (1896) – Bücher der „Qualenseligkeiten", des Komplizierten, Seltsamen und Kranken – sind die Verse „Ich liebe die hektischen, schlanken Narzissen mit blutrotem Mund …“ oft zitiert worden. Ein Sammelband „Tuberosen“ (1920) ist nur ein schwacher Nachhall. Aus Dörmanns dramatischem Werk heben sich ab: die milieustarken Wiener Sittenkomödien „Ledige Leute" (1897; 1927 mit versöhnlichem Schluß verfilmt), „Zimmerherren" (1900), „Die Krannerbuben" (1901) und das überschwengliche Versdrama „Der Herr von Abadessa“ (1902, mit dem Bauernfeld-Preis ausgezeichnet). Die amourösen Novellensammlungen und ein Wiener Nachkriegsroman („Jazz“, 1925) sind ohne Belang. Als Verfasser einer großen Anzahl von Operettentexten errang Dörmann mit dem Libretto zu Oscar Straus’ „Ein Walzertraum“ (1907, gemeinsam mit Leopold Jacobson) einen Welterfolg.

Werke  
Weitere W in Nekr. z. Kürschners Lit.-Kal. 1901-35, 1936.

Literatur  
A. Möller-Bruck, Das junge Wien, 1902; Nagl-Zeidler IV (W, P); Kosch, Lit.-Lex. (unter Bieder|mann); H. Vanicek, Der Einfluß d. franz. Lyrik auf A. Wildgans, St. Zweig, u. F. D., Diss. Wien 1952 (ungedr.); ÖBL (unter Biedermann, W, L).

Autor  
Alfred Zohner
Empfohlene Zitierweise  

Zohner, Alfred, „Dörmann, Felix“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 33 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119020874.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 33 f.

PND: 119020874
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Index

Dörmann, Felix

Name: Dörmann, Felix
Namensvariante: Biedermann, Felix
Lebensdaten: 1870 bis 1928
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller
Konfession: katholisch; evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Autor NDB: Zohner, Alfred
PND: 119020874

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Dörmann, Felix

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119020874

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Personennamendatei (PND)
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