<< Schönbauer, Leopold
Schönbein, Christian Friedrich >>
Schönbeck, Christoph
brandenburgischer Rat, Archivar, Domherr zu Havelborg,
* 13.6.1601 Stendal,
† 29.9.1662 Berlin,
⚰ Stendal, Dom. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Bartholomäus (1548–1605),
Großkaufm.,
Bgm. in
St. (s.
Qu),
S d. Jacob (1516–62), Ratskämmerer in
St., u. d. Gertrud Wittstock (
† 1581);
M Margarethe (1564–1612),
T d. Johannes Soltwedel (Saltzwedel),
Bgm. in
St., u. d. Anna Krusemark;.
Schw Maria (1594–1640,
⚭ Andreas Kohl, 1568–1655, aus Zittau,
kurmärk. Vizekanzler), Margareta (1596–1625,
⚭ Justus Weiler, 1585–1635, aus Bernau,
brandenburg. Kriegsrat); –
⚭ Stendal 1629 Margarethe (1611–36),
V d. Werner Möring, Ratsherr in
St., u. d. Dorothea Güssefeld; 3
K (alle
† 1636 an der Pest).
Leben ↑
S. besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium (1613) sowie das Gymnasium in Halle (1615), begann 1617 sein Studium in Wittenberg und setzte dieses 1621 in Leipzig
u. a. bei dem Juristen Georg Schultz fort. Eine Bildungsreise führte ihn 1623-27 nach Leiden, Köln. England und Frankreich. Nach einem Aufenthalt in Berlin wurde
S. 1636 oder 1639 durch
Kf. Georg Wilhelm als Registratur im
Geh. Archiv angestellt und 1653 zum (erstmals so titulierten) Archivar und Rat ernannt. Seit 1656 hatte er darüber hinaus die Stelle eines Domherrn in Havelberg inne. Seine Ämter versah er neben der Fürsorge für seine Heimatstadt (
u. a. Kirchenbau) trotz zahlreicher Krankheiten bis zu seinem Tod.
Bleibende Verdienste um die Quellen der
brandenburg.-
preuß. Geschichte erwarb sich
S. durch die Ordnung und Verzeichnung des Archivs des
Geh. Rates (pertinenzorientierte Reposituren in d. Hauptabt. I d.
Geh. StA Berlin). Eine geschickte Vermögensverwaltung ermöglichte es ihm, trotz der Schäden des 30jährigen Krieges die von seinen Eltern 1607 mit einem Kapital von 5000 Reichstalern errichtete Stipendienstiftung zu erweitern. Mit seinen Büchern und 700 Talern Kapital gründete er die Schönbecksche Bibliothek (seit etwa 1752 in d. Marienkirche Stendal). Diese wurde bis in das 20.
Jh. hinein vermehrt und umfaßt heute mehr als 2000 Bände. Die Akten der Stiftung sind für die Genealogie der Familie sowie für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Altmark von hohem Wert.
Quellen ↑
Qu
Johann Stralius, Binum lugubre Schönbeccianum, Magdeburg 1663 (
Lpr.);
Extract Fidei Commissi des Seel. Herrn Bartholomaei Schönbecken, weyland ältesten und um diese Stadt Stendal wolverdienten Bürgermeisters, wie auch dessen nachgelassener Wittwe, Frau Margarethen Saltzwedels, Buchstäblich von dem im Jahre 1722 hei Johann am Ende erschienenen Abdruck wieder gedruckt, Stendal 1848;
–
Stiftungsakten:
Stadtarchiv Stendal u. im Pfarrarchiv
St. Marien, Stendal.
Literatur ↑
S. Paasch, Zur
Fam. S. in Stendal, in: Magdeburger
Bll. 1989, S. 89-97;
C. W. Cosmar,
Gesch. d.
Kgl.-
Preuß. Geh. Staats- u. Kab.archivs bis 1806, Mit ergänzenden Materialien
hg., eingeh u.
erl. v. M. Kohnke, 1993, S. 68 f.;
Hdb. d.
hist. Buchbestände in
Dtld. 22:.Sachsen-Anhalt, 2000, S. 169-72;
J. Kloosterhuis, Von der Repositurenvielfalt zur Archiveinheit, Die Etappen d. Tektoniorung d.
Geh. StA, in: Archivarbeit f. Preußen,
hg. v. dems., 2000,
bes. S. 57-61;
P. Bahl, Der Hof
d. Gr. Kf., 2001, S. 577;
U. Czubatynski, C.
S. (1601-1662) u. d. Gründung d. Schünbeckschen
Bibl. in Stendal, in:
ders.,
KGesch. u.
Landesgesch., 2003, S. 264-68;
Brandenburg. Biogr. Lex.Autor ↑
Uwe CzubatynskiEmpfohlene Zitierweise ↑
Czubatynski, Uwe, „Schönbeck, Christoph“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
384
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120912740.html