<< Schön, Heinrich Theodor von
Schoenaich, Paul Eugen Freiherr von Hoverbeck genannt von Schoenaich >>
Schoenaich, von (Schoenaich-Carolath beziehungsweise Schoenaich-Carolath-Beuthen; Freiherren seit 1616, Grafen seit 1700, Fürsten beziehungsweise Prinzen seit 1753).
Schoenaich, von (Schoenaich-Carolath beziehungsweise Schoenaich-Carolath-Beuthen; Freiherren seit 1616, Grafen seit 1700, Fürsten beziehungsweise Prinzen seit 1753).
(evangelisch u. reformiert)
Leben ↑
Während die bei „Zedler“ geschilderte frühe Geschichte der Familie
S. als Legende gelten muß, beginnen gesicherte Informationen im Schlesien des 16.
Jh. Fabian (1509–91, s.
ADB 32 u. 45) erwarb 1561 Carolath, Beuthen/Oder und weitere Güter von Franz
v. Rechenberg, der die Ausbreitung der Reformation gefördert hatte.
Georg (1557–1619, s.
L), Sohn eines früh verstorbenen Vetters, wurde von Fabian erzogen und zu seinem Haupterben eingesetzt. Er studierte in Wittenberg Jura, bewirtschaftete die ererbten Güter, heiratete 1595 Fabians Witwe
Elisabeth v. Landskron (
† 1614) und ließ seit 1597 Schloß Carolath erbauen. 1614 gründete er die als Schönaichianum bekannte universitätsähnliche Bildungsanstalt in Beuthen, an der sowohl calvinist. als auch
luth. Professoren lehrten. Im Zuge der Gegenreformation geschlossen, wurde das Schulgebäude den Jesuiten zugesprochen, die auch den Geldbetrag erhielten, der Georgs Neffen
Johann (
bzw. Hans, Johannes, 1589–1639) als Strafe auferlegt worden war, weil er einige Jahre zuvor dem
ref. „Winterkönig“ Friedrich V. (1596–1632) gehuldigt hatte. Johanns Bruder
Sebastian (1598–1650) sowie dessen Sohn
Hans (1623–75, s.
L) gelang in Verhandlungen eine Rückgewinnung großer Teile des 1637 verlorenen Landbesitzes.
Hans Karl (1688–1763, s.
ADB 32), ein Enkel von Hans, wurde 1741 von
Kg. Friedrich II. in den Fürstenstand erhoben. Seinem Sohn Johann
Friedrich Karl (1716–91, s.
L) wurde 1753 der Prinzentitel verliehen, den auch seine Nachkommen führen durften. Dessen Enkel
Karl (1785–1820) und
Friedrich (1790–1859) begründeten die beiden Linien der Familie. Karls gleichnamiger Enkel (1845–1912, s.
Wi. 1912) war 1871-81 Mitglied des Reichstags (
Dt. Reichspartei). Friedrichs Sohn
August (1822–99, s.
L) war bis 1888
preuß. Berghauptmann beim Oberborgamt Dortmund. Friedrichs Urenkel
Johann Georg (1873–1920), auf Mellendorf und Saabor, war mit Hermine
Prn. Reuß (1887–1947) verheiratet, die 1922
Ks. Wilhelm II. ehelichte.
Auf dem 1613 von Georg erworbenen Gut Amtitz (heute Gebice) bei Guben lebten zwei prominente Familienmitglieder: Der Dichter Christoph
Otto (1725–1807, s.
W,
L) wurde von Gottsched gefördert und erhielt auf dessen Veranlassung die Poetenkrönung der
Univ. Leipzig. Er beteiligte sich an der Seite Gottscheds am Literaturstreit gegen Bodmer, Lessing und andere.
Heinrich Prinz
v. S.-Carolath (1852–1920, s.
L), 1881-1918 Mitglied d. Reichtags (
nat.lib.), gehörte 1918 zu den Gründern der
DDP. In Breslau lebte
Emil Prinz
v. S.-Carolath (1852–1908, s.
W,
L), ein zu Lebzeiten vielbeachteter Dichter.
Die letzte Angehörige eines nach Karnitten (
Kr. Mohrungen, Ostpreußen; heute Karnity) ausgewanderten Zweiges der Familie,
So|phie Charlotte (1725-1807), adoptierte, da sie nach dem Tode ihres dritten Gatten Bernhard Heinrich
Frhr. Schoultz
v. Ascheraden (1727–97, s.
GHdA 16) noch immer kinderlos war, ihren Neffen
Samuel Frhr. v. Hoverbeck (1762–1809), Landschaftsdirektor in Mohrungen (heute Morag), der 1802 die Genehmigung zur Namen- und Wappenvereinigung als „
Frhr. v. Hoverheck
gen. v. S.“ erhielt. Samuels Sohn
Eduard (1799–1856) war der Großvater von
Paul (1866–1954,
s. u.) und dessen Brüdern
Alfred (1860–1951, s.
L), 1903-18 Mitglied des
preuß. Abgeordnetenhauses (kons.) und
Andreas (1863–1918, s.
W),
preuß. Oberst, der seit 1907 militärhistorische Arbeiten veröffentlichte.
Schoenaich, Paul Eugen Freiherr von Hoverbeck genannt von Schoenaich
Schoenaich, von
Name: Schoenaich, von
Namensvariante: Schoenaich-Carolath, von
Namensvariante: Schoenaich-Carolath-Beuthen, von
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Freiherren; Grafen; Fürsten; Prinzen
Konfession: evangelisch; reformiert
Autor NDB:
Jung, MartinPND: 139805044