<< Schneemelcher, Wilhelm Viktor Gustav Adolf
Schneider, Alfons Maria >>
Schneider, Albert
Romanist, Privatrechtler,
* 11. (nicht 17.) 12.1836 Albisrieden bei Zürich,
† 21.4.1904 Zürich.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Quellen
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Rudolf (1811–76), Notariatspraktikant, dann Landschreiber in Riesbach
b. Z.;
M Dorothea Kuffekam (1811–86), aus Oberhausen
b. Kloten;
⚭ Riesbach 1862 Karolina Louise Meier (1843–99), aus
Z.; 4
T Karolina Emilia (1863–1934), Frida Klara (1866–1931), Ida Rosa (1869–1968), Lina Cäcilia (1874–1934).
Leben ↑
S. studierte nach dem Schulbesuch in Riesbach 1855-58 Rechtswissenschaft in Zürich bei Heinrich Dernburg, Johann Jakob Rüttimann und Eduard Osenbrüggen sowie in Berlin bei Honegger und Friedrich Ludwig Keller (1799–1860), der nach seiner Ansicht den größten Einfluß auf ihn hatte. 1858 in Zürich promoviert (Über d. konkludente Stillschweigen im
röm. Recht), legte
S. 1860 das Prokuratorenexamen ab und habilitierte sich an der
Univ. Zürich über
röm. Erbrecht. 1860-78 hielt er Vorlesungen über
Röm. Rechtsgeschichte, Institutionen, Pandekten, Zürcher Privat- und Zivilprozeßrecht, Baurecht sowie Militärstrafrecht. 1878-1904 wirkte er als
o. Professor für
Röm. Recht in Zürich (Nachfolge Max Cohn [Conrat]; Rektor 1890–92, Rektoratsrede, 1890: Das
Röm. Recht in d. Gegenwart). Mit Alois
v. Orelli ermutigte und unterstütze er die erste
schweizer. Jurastudentin Emilie Kempin-Spyri (1853–1901) zum rechtswissenschaftlichen Doktorat (1887) in Zürich. 1864 war er Fürsprecher in Zürich-Riesbach, 1866 Mitglied des Zürcher Ober- und 1870 des Handelsgerichts, ferner Vorsitzender des Militärkassationshofes. Er war Erziehungsrat, Präsident der Kirchensynode und Oberst im Militär.
Als Schlußredaktor (1880/81) des Schweizer. Obligationenrechts (1881) war er anschließend an der Revision des Zürcher Privatrechtlichen Gesetzbuches (Keller/Bluntschli, 1853–55) bis 1887 maßgeblich beteiligt. Aus den redaktionellen Tätigkeiten gingen die bedeutenden und bewußt allgemeinverständlich gehaltenen Kommentare hervor (Kurzkommentar
z. Privatrechtl. Gesetzbuch f. d.
Kt. Zürich, 1888) sowie der mit Heinrich Fick verfaßte Kommentar zum Schweizer. Obligationenrecht (1882,
21883,
31891 [größere] u. 1893 [kleinere] Ausgabe; ferner 2. erweiterte
Aufl. [in zwei
Bdn.] 1896).
S. war Testamentsvollstrecker im Nachlaß von Gottfried Keller und mußte dem Willen des Dichters in einem langwierigen Prozeß Nachachtung verschaffen.
Werke ↑
Weitere W
Kl. Schrr. z. röm. Recht (Berechnung d. Fristen, 1900;
Gesch. d. Sklaverei, 1892;
Drei Scaevola Ciceros, 1879);
zahlr. musikwiss. Schrr. (
u. a. Der Schutz d. musikal. Kunstwerks, 1885;
Zur
Gesch. d. Flöte im Altertum, 1890);
div. Rechtsgutachten;
–
unvollst. W-Verz. in: A. B. Schwarz, Das
röm. Recht an d.
Univ. Zürich, 1938, S. 88 f.;
|Quellen ↑
Qu StadtA Zürich (Albisried. Bürgerbuch I, Sig. VIII.E.90, S. 136,
dass. II, Sig. VIII.E.91, S. 223, 229;
StA Kt. Zürich (
unveröff. Nachlaß,
Fak. U 105 e. 1 [29], g. 1 [16]).
Literatur ↑
H. F. Hitzig, in:
NZZ,
Nr. 115
v. 25.4.1904;
F. Fleiner, in:
Zs. f.
schweizer. Recht,
NF 23, 1904, S. 339 f.;
R. H[oppeler], in:
Anz. f.
schweizer. Gesch., 1907,
Nr. 2;
E. Gagliardi, in: Die
Univ. Zürich 1833-1933, Festgabe
z. Hundertj.feier, 1938, S. 669 f., 779 Anm 1., 842, 940 f., 962;
A. B. Schwarz, Das
röm. Recht an d.
Univ. Zürich, 1938, S. 43 ff., 87 ff.;
BJ X,
Tl.;
H. F. Hitzig,
ebd. XI, S. 277-79.
Portraits ↑
Photogrr. im Archiv d.
Univ. Zürich (Sig. AC 1.10.32).
Autor ↑
Marcel SennEmpfohlene Zitierweise ↑
Senn, Marcel, „Schneider, Albert“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
284
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116822651.html