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Schmuzer
(Schmutzer, Schmuzzer), Stukkatoren, Baumeister und Altarbauer. (katholisch)
Leben ↑
Die
S. sind neben den Zimmermann und Feichtmayr die bedeutendste Wessobrunner Künstlerfamilie (benannt nach
d. ehem. Kloster Wessobrunn
b. Weilheim in Oberbayern), deren Stuckdekorationen zu Paradebeispielen
bayer. und
schwäb. Kunst des Barock und Rokoko wurden. Ihr Aufstieg ist eng verbunden mit der vom
bayer. Hof in München ausgehenden, mit der Gegenreformation verbundenen Kunst, die nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges in einer gewaltigen Erneuerungs- und Modernisierungswelle auch das Land erfaßte. Für die
S. ergab sich ein weites Betätigungsfeld: Bis Ende des 18.
Jh. sollten sie die Stuckkunst über die Grenzen Bayerns hinaus beeinflussen, zeitweise sogar bestimmen. Ihre ersten Vertreter
Jörg (um 1575–1645) und dessen Sohn
Matthäus (I, um 1603-
n. 1693) waren geprägt von den Münchner Initialbauten,
v. a. der Jesuitenkirche
St. Michael mit ihren Gewölbe
|stuckierungen in den charakteristischen geometrischen Felderungen (
z. B. Polling,
ehem. Stiftskirche, 1622 ff., nach Vorlagen d. Weilheimer Bildhauers Bartholomäus Steinle
v. Jörg
S.; Jesuitenkirche in Landshut, 1640/41 u. 1646/47,
v. Matthäus
S. I). Die Söhne des Matthäus
Matthias (oder Matthäus II, 1636–86),
Michael (1639–76) und
Johann (1642–1701, s. 1) befreiten sich zusehends vom Diktat des Quadraturstucks, verschliffen zunehmend die Gewölbestrukturen, erweiterten das Motivrepertoire mit Voluten, Akanthus- oder Knorpelwerkformen, auch mit weiteren figürlichen Elementen, und vergrößerten den Aktionsradius erheblich. Der von H. Rohrmann fundiert erforschte Matthias (Matthäus II) etwa ließ sich 1664 in Augsburg nieder, wo er in engen Kontakt mit Verlegern von Stichwerken trat und dadurch mit den neuen künstlerischen Strömungen in Italien und Frankreich vertraut wurde. Seine Aufträge führten ihn bis nach Nördlingen, Oettingen, Landshut, Ottobeuren und Ettal. Im dritten Viertel des 17.
Jh. dürfte er einer der meistbeschäftigten Wessobrunner mit tatkräftigen Trupps („Compagnien“) gewesen sein, in denen anfangs vermutlich auch die beiden jüngeren Brüder Michael und Johann arbeiteten, bevor sie ihre eigenen Compagnien gründeten. Michael exportierte mit Erfolg Wessobrunner Stuckzier in die Schweiz (
z. B. nach Luzern, Jesuitenkirche), sein Sohn
Andreas (1658–96) wurde wie schon der Großvater Matthäus I einer der führenden Stukkatoren seiner Zeit in Württemberg (
z. B. Winnenden/Schloß Winnental). Die Entwicklung der Stuckkunst in Süddeutschland seit
ca. 1 700 bestimmten dann
v. a. die in der „Zentrale“, also in den Heimatortschaften Haid und Gaispoint bei Kloster Wessobrunn ansässigen
Johann (1642–1701, s. 1),
Franz (1676–1741, s. 2),
Joseph (1683–1752, s. 3) und
Franz Xaver (1713–75, s. 4). Mit dessen Tod endete die über 150 Jahre währende, außergewöhnlich produktive künstlerische Tätigkeit dieser Familie.
Schmuzer, Johann
Schmuzer, Franz
Schmuzer, Joseph
Schmuzer, Franz Xaver
Schmuzer
Name: Schmuzer
Namensvariante: Schmutzer
Namensvariante: Schmuzzer
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Stukkatoren; Baumeister; Altarbauer
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Schedler, UtaPND: 122049500