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Baison, Jean Baptiste
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Baison: Jean Baptiste
B.
, geb. 24. Oct. 1812
in Hattersheim bei Mainz, †
13. Jan. 1849. Auf dem Mainzer
Gymnasium gebildet, kam er, für den Priesterstand bestimmt, in das
bischöfliche Seminar. Von unbezwinglicher Neigung für das Theater
getrieben, entwich er heimlich aus
demselben im Februar 1831 und spielte anfangs bei elenden
Wandertruppen ohne Erfolg. 1833 brach zuerst sein Talent in
Lauchstädt und Magdeburg siegreich hervor. Von da ging er 1834 als
Regisseur nach Danzig und wurde 1835 unter Friedrich Ludwig
Schmidt's Direction am Stadttheater in Hamburg engagirt. Hier
verheirathete er sich 1836 mit der beliebten Schauspielerin
Karoline Sartorius, 1837 machte er eine größere Gastspielreise
nach Berlin, Breslau, Dresden, Prag, Wien, überall beifällig
aufgenommen. 1838 nahm er eine Anstellung am Dresdener Hoftheater
an, welches ihm aber neben Emil Devrient keinen genügenden
Wirkungskreis bot. Er kehrte deshalb, von Schmidt berufen, nach
Hamburg zurück. Nach Schmidt's Tode, 1841, verließ er seine
Stellung wiederum, und erwarb sich in Frankfurt am Main erhöhte
Geltung und ausgedehnten Ruf. 1844 kam er zum dritten Male nach
Hamburg. Nach dem Rücktritt der Direction Mühling-Cornet übernahm
er 1847 mit Maurice, später mit Wurda die Direction des Hamburger
Stadttheaters. Das Jahr 1848 schädigte die in glücklichem
Aufschwung begriffene Unternehmung und warf den ehrgeizigen Mann
einem hitzigen Fieber in die Arme, dem er erlag.
B.
war ein gebildeter, der neuen Litteratur, welche dem
Theater sich zuwendete, eifervoll ergebener Künstler und Director.
Mit Gutzkow, Prutz und Gottschall war er persönlich befreundet und
förderte mit Rath und That deren dramatische und dramaturgische
Thätigkeit. Auch als Schriftsteller fing er an sich geltend zu
machen, als der Tod seinem noch hoffnungsreichen Leben ein Ziel
setzte. Er war ein feuriger, mit ausdrucksvollen Zügen und schönem
Sprachorgan begabter Darsteller von Helden- und Liebhaberrollen,
denen er ein mehr theatralisches Gepräge zu verleihen wußte, als
es die landläufige Uebung mit sich brachte. Hätte ihm das Geschick
eine längere Lebensdauer beschieden, so wäre er wol ohne Zweifel
von großer Bedeutung für die Entwicklung deutschen Schauspiels
geworden. Seine Spielweise bezeichnete einen ähnlichen Gegensatz
zur idealisirend-declamatorischen Manier Emil Devrient's, wie er
später durch Dawison scharf ausgeprägt wurde.
Autor ↑
Förster.
Empfohlene Zitierweise ↑
Förster, „Baison, Jean Baptiste“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
775-776
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116041080.html?anchor=adb