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NDB-Artikel

<< Schleinitz, von     Schleinzer, Karl Ernst >>

Schleinitz, Alexander Gustav Adolph Graf von (preußischer Graf 1879)

preußischer Außen- und Hausminister, * 29.12.1807 Blankenburg (Harz), 19.2.1885 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenLiteraturQuellenPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Carl Frhr. (1756–1837), braunschweig. Min.resident in Wien, Präs. d. Konsistoriums u. Oberappellationsger. in Wolfenbüttel (s. Fam.art.), S d. Hans Christoph (1709–82), braunschweig. Geh. Legationsrat, Min., u. d. Wilhelmine v. Westernhagen (1727–1802); M Barbara v. Hochstetter (1768–1819), aus Wien; Stief-M N. N. Fürstin v. Hatzfeld-Trachenberg; Ov Carl Anton Wilhelm Frhr. (1751–1807), seit 1795 Präs. d. Kammerger. zu Berlin (s. Fam.art.); B Wilhelm Frhr. (1794–1856, braunschweig. Frhr. 1853), 1830-56 braunschweig. Justizmin., 1830 u. 1848-56 Außenmin., 1831-48 Innenmin., Julius Frhr. (1806–65), 1850-64 Reg.präs. in Bromberg u. 1864/65 in Trier (beide s. Fam.art.); – Trachenberg 1865 Marie (Mimi) (1842–1912), T d. Ludwig August v. Buch (1801–45), Dipl.; kinderlos.

Leben  
S. studierte 1825-28 Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Berlin. Anschließend war er Auskultator am Stadtgericht Berlin, seit 1831 Referendar am dortigen Kammergericht. 1932 wechselte er zur Regierung nach Magdeburg, danach zum Landratsamt in Quedlinburg. Seit 1835 Attache in Kopenhagen, erhielt er 1836 das Diplomatische Examen und wirkte fortan als Legationssekretär in Kopenhagen, seit 1838 in St. Petersburg, seit 1840 in London. 1841 Wirklicher Legationsrat, kam S. als Vortragender Rat in das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten (seit 1845 Wirkl. Geh. Legationsrat). 1847 zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Konstantinopel ernannt, verblieb er jedoch als 1. Rat im Ministerium und amtierte vom 19.6. bis 25.6.1848 als Außenminister. Danach ging er als preuß. Gesandter nach Hannover, zugleich akkreditiert in Braunschweig, Oldenburg und Lippe-Detmold. Im Mai 1849 führte er die Verhandlungen mit Dänemark, die den Waffenstillstand von Malmö zum Ergebnis hatten. Abermals übernahm er das Außenressort (21.7.1849-26.9.1850). Wegen seiner Differenzen mit Joseph Maria v. Radowitz über die Unionspolitik reichte er im Herbst 1850 seinen Rücktritt ein und verließ das Außenministerium als Wirklicher Geheimer Rat. Es folgte die erneute Ernennung zum Gesandten in Hannover bei gleichzeitiger Beurlaubung. Seit Jan. 1851 mit Wartegeld zur Disposition gestellt, lebte er bis 1858 als Privatier, u. a. längere Zeit in Koblenz, wo er als Vertrauter des Prinzen von Preußen, des späteren Ks. Wilhelm I., und seiner Gemahlin Augusta galt und zu den Mitbegründern und Autoren des „Preuß. Wochenblatts“ gehörte. Nach dem Regierungswechsel im Herbst 1858 war er vom 6.11.1858 bis Okt. 1861 erneut Außenminister, setzte während des Italien-Krieges 1859 auf Neutralität gegenüber Österreich und übernahm danach bis zu seinem Tode das Ministerium des Kgl. Hauses.
S.s längere Amtszeiten als Außenminister waren von den Kontroversen um die Deutschland- und Außenpolitik Preußens belastet. Seine Politik der freien Hand seit 1859 basierte auf dem Konzept der bewaffneten Neutralität und Vermittlung, führte allerdings zu nur geringem Erfolg und letztendlich nach glückloser Amtsführung und gesundheitlichen Problemen im Okt. 1861 zu seinem Rücktritt. Obwohl Bismarck in ihm, und besonders in dem Salon seiner Frau Mimi ein Zentrum der höfischen Opposition sah, genoß S. bis an sein Lebensende größtes Vertrauen bei Wilhelm I.

Auszeichnungen  
Preuß. Kammerherr (1840).

Literatur  
Bismarcks Briefwechsel mit d. Min. Frhr. v. S. 1858-1861, 1905; Rößler-Franz: Kosch, Biogr. Staatshdb.; Biogr. Hdb. Preuß. Abg.haus II; Braunschweig. Biogr. Lex.; T. Bringmann, Hdb. d. Diplomatie 1815-1963, 2001; D. Grypa, Der Diplomat. Dienst d. Kgr. Preußen (1815–1866) (in Vorbereitung);|

Quellen  
Qu GStA Preuß. Kulturbes. Berlin-Dahlem, III. HA, 2.4.1. I Nr. 214; Personalakte: PA AA Nr. 13284-13285.

Portraits  
Brustbild v. A. v. Menzel, Blei, Wasser- u. Deckfarbe, vor 1864, Abb. in. H. v. Tschudi (Hg.), Adolph v. Menzel, Abb. seiner Gem. mit Studien, S. 345, Abb. 516; W. Hubatsch, Grundriß z. dt. Verw.gesch., XII, nach S. 290; E. Berner, Gesch. d. Preuß. Staates, 21896, S. 665 (mit falscher Bildunterschr.).

Autor  
Bärbel Holtz
Empfohlene Zitierweise  

Holtz, Bärbel, „Schleinitz, Alexander Gustav Adolph Graf von“, in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 58 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117323772.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 23 (2007), S.  58
Erwähnungen: 
NDB 23 (2007), S. 57 Familienartikel

PND: 117323772
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Index

Schleinitz, Alexander Graf von

Name: Schleinitz, Alexander Graf von
Namensvariante: Schleinitz, Alexander Gustav Adolph Freiherr von
Lebensdaten: 1807 bis 1885
Geburtsort: Blankenburg (Harz)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: preußischer Außenminister; Hausminister
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Holtz, Bärbel
PND: 117323772

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Schleinitz, Alexander Graf von

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117323772

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