<< Schlack, Paul Theodor
Schläfli. Ludwig >>
Schlack, Peter
Genossenschaftsfunktionär,
* 3.3.1875 Kreuzau (Kreis Düren),
† 4.2.1957 Köln. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann (1838–1915), Arbeiter in e. Gemischtwarengeschäft;
M Katharina Becker, Näherin;
⚭ Nelly Liethen; 4
S u. a. Josef, Geschäftsführer d. Kölner Konsumgenossenschaft, 1
T .
Leben ↑
Der gelernte Schreiner schloß sich in Köln dorn
Christl. Metallarbeiterverband an und wurde Ortsvorsitzender des Kartells der
Christl. Gewerkschaften. Er besuchte volkswirtschaftliche Kurse und Vorlesungen an der Kölner Handelshochschule. 1902 gründete er in Mülheim (später Köln-M.) den Konsumverein „Eintracht“, der sich zum führenden Verein der
christl. Genossenschaftsbewegung entwickelte. 1908 wurde er Vorsitzender des Christlich-sozialen Verbands westdt. Konsumvereine, 1913 Verbandsdirektor des Reichsverbands
dt. Konsumvereine e. V. Unter
S.s maßgeblicher Mitwirkung gründeten
Christl. Konsumgenossenschaften 1912 die Großeinkaufs-Zentrale
dt. Konsumvereine (GEZ), später Großeinkaufs- und Produktions A. G. (Gepag), deren Generaldirektor
S. wurde. 1919-33 vertrat der Zentrumspolitiker
S. den Wahlkreis Düsseldorf in der Nationalversammlung und im Reichstag. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor er im Mai 1933 seine Ämter in der Genossenschaftsbewegung im Zuge der Gleichschaltung und Vereinigung der verschiedenen Zweige der Genossenschaftsbewegung. Eine Existenzgründung als Papierfabrikant scheiterte. Im Gefolge der Aktion „Gewitter“ 1944 wurde
S.|verhaftet und im
KZ-Außenlager Köln-Deutz inhaftiert.
1945 beteiligte sich
S. an der Gründung der
CDU in Köln und im Rheinland. 1946-48 war er Abgeordneter der
CDU im Kölner Stadtrat, 1946/47 im Zonenrat und 1947-49 im Wirtschaftsrat. In seinen politischen Ämtern verstand sich
S. als Vertreter von Arbeitnehmerinteressen und Genossenschaften. Nach 1945 war er führend am Wiederaufbau der Konsumgenossenschaften, jetzt als Einheitsorganisation, beteiligt. Bis 1956 war er Aufsichtsratvorsitzender der Großeinkaufs-Gesellschaft
Dt. Konsumgenossenschaften (GEG).
S. gilt als Pionier der
christl.-nationalen, sich als politisch neutral verstehenden Konsumgenossenschaften, die er in Abgrenzung zu den sozialdemokratisch geprägten Vereinen als Organisator und Kaufmann geprägt hat. Seiner Ansicht nach bot die Konsumgenossenschaft einen Schlüssel zur Lösung der Arbeiterfrage, indem sie durch Einfluß der Konsumenten auf die Preisbildung den Reallohn der Arbeiter verteidigte. Da er den Zwischenhandel bekämpfte, geriet er in Opposition zu mittelständischen Positionen. Er bejahte sowohl Staatseingriffe in eine Wirtschaft der Bedarfsdeckung (
bes. in u. nach d. Weltkriegen), aber auch die preisdisziplinierenden Folgen einer Konkurrenz, die er bei den Genossenschaften als durch Idealismus gezügelt ansah.
Auszeichnungen ↑
Gr.
BVK(1952).
Werke ↑
Konsumgenossenschaften u.
christl.-
nat. Arbeiterbewegung, 1908;
Die gesunkene Kaufkraft d. Lohnes u. ihre Wiederherstellung, Leistungssteigerung u. wirtschaftl. Vervollkommnung im Warenliefeningswesen, 1919;
Die Stellung d. Konsumgenossenschaftsbewegung in Staat u.
Wirtsch., 1922;
Mitbesitz u. Mitbestimmung in d.
Wirtsch.,
21930;
–
Flugschrr.: Die Forderungen d. Konsumvereine
b. Übergang aus d. Kriegs- in d. Friedenswirtsch., 1917;
Die Stellung d. Reichsverbandes
dt. Konsumvereine e. V. in d.
dt. Genossenschaftsbewegung, 1917.
Literatur ↑
F. Klein, Selbsthilfe aus
christl. Verantwortung, 1967
(P);
E. Hasselmann,
Gesch. d.
dt. Konsumgenossenschaften, 1971
(P);
A. Weuster, Theorie d. Konsumgenossenschaftsentwicklung, Die
dt. Konsumgenossenschaften bis
z. Ende d. Weimarer
Rep., 1979;
Rhdb. (P);
Wenzel;
RT-Abg. Zentrum.
Portraits ↑
Gem. v. H. Petroff-Eubeke (GEG Hamburg),
Abb. in: F. Klein (s.
L).
Autor ↑
Winfried HerbersEmpfohlene Zitierweise ↑
Herbers, Winfried, „Schlack, Peter“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
19-20
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd130068586.html