Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Schimper, Andreas Franz Wilhelm     Schinderhannes >>

Schinckel, Max (Maximilian) Heinrich von (preußischer Adel 1917)

Bankier, * 26.10.1849 Hamburg, 11.11.1938 Hamburg. (lutherisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturQuellenAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Hamburger Kaufmannsfam., d. sich bis Johann S., erw. um 1660 in Mackenrode (Harz), zurückverfolgen läßl; V Gottfried S. (1797-1871), Kaufm. in St. Petersburg, Teilh. d. Handelshauses „Blessig & Co.ebd., seit 1849 wieder in H., Mitgl. d. Aufsichtsrats d. Norddt. Bank, S d. Andreas (1763–1840), Bäckermeister, Oberalter u. Bürgerkpt. in H., u. d. Marie Ilsabe Milde (1776–1809); M Emilie (1816–97), T d. Philip Jacob Blessig (* 1762. 1] N. N. van Zanten), aus Straßburg, Kaufm. in St. Petersburg, u. d. Emilie Charlotte Forsch, aus Reval; Gr-Om Feodor Iwanowitsch Forsch ( N. N. Blessig, Tante-m), Teilh. d. Fa. Blessig & Co., Franz Forsch, Kaufm. in St. Petersburg; – Hamburg 1882 Olga (1862–1936), T d. Gustav Berckemeyer (1816–89), Großkaufm. in H., u. d. Helene O'Swald (1830–95); Gvm d. Ehefrau William O'Swald (1798–1859), Kaufm. (s. NDB 19 Fam.art.); 2 S Ernst (1889–1945), auf Timkenberg, Schwechow u. Setzin (Meckl.), dann auf Cartzitz (Insel Rügen) u. Manschenhagen (Vorpommern), Joachim (Jochen) (1895–1976, 1) Helen, 1899–1935, T d. Henry van de Velde, 1863–1957, Architekt, seit 1902 in Weimar, 1907 Mitbegr. d. Dt. Werkbunds, 2] Gabriele, 1897–1964, T d. Emil Prinz v. Schoenaich-Carolath, 1852–1908, auf Haseldorf, Dichter, s. BJ 13, S. 151-55 u. Tl.; Schles. Lb. II; Nassau. Biogr.; Killy), auf Schwechow (Meckl.), Kaufm. u. Bankier in H., 3 T u. a. Helena (Lena) (1883–1953, Edmund v. Oesterreich, 1870–1946, Bankier in H.), Elisabeth (* 1895, Günther Frhr. v. Hammerstein-Loxten, 1885–1963, auf Steinhorst).

Leben  
Nach dem Schulabschluß an der Realschule des Johanneums absolvierte S. 1864-67 eine kaufmännische Lehre im Hamburger Handelshaus „Burmester & Stavenhagen“, wo er anschließend noch ein Jahr als „Commis“ verblieb. Nach dem Einjährig-Freiwilligen 1868/69 arbeitete er im Handelshaus des aus Frankfurt/M. stammenden Geschäftsmanns Moritz Ponfick in St. Petersburg und nahm 1870/71 am Dt.-Franz. Krieg teil. 1871 zunächst nach St. Petersburg zurückgekehrt, wurde er 1872 dritter Direktor der „Norddt. Bank“ in Hamburg. Diese damals neben der Vereinsbank bedeutendste Hamburger Aktienbank engagierte sich hauptsächlich in der Finanzierung des Überseegeschäfts und besaß weitverzweigte Interessen in Südamerika. 1878 avancierte S. als Nachfolger von Siegmund Hinrichsen zum zweiten Direktor, 1891 zum Senior-Direktor der Bank. Nicht zuletzt seine Heirat verschaffte S. Zutritt zur Wirtschaftselite der Hansestadt. Es gelang ihm, die bedeutendsten Hamburger Reederfamilien Laeisz und Woermann, die bislang mit der Vereinsbank bzw. mit der Commerz- und Disconto-Bank zusammengearbeitet hatten, enger an die Norddt. Bank zu binden.|Über die Bekanntschaft mit Emil Russell (1835–1907) gewann S. die „Disconto-Gesellschaft“ in Berlin für eine Beteiligung mit der Norddt. Bank an südamerik. Geschäften, wie z. B. der Gründung der Brasilian. Bank für Deutschland, der Großen Venezuela-Eisenbahngesellschaft und der Errichtung einer „Konversionskasse zur Stabilisierung der argentin. Währung“. S. beriet als Experte für Auslandsgeschäfte Adolph v. Hansemann (1827–1903), Chef der Disconto-Gesellschaft, die die Norddt. Bank 1895 übernahm und in eine Kommandit-Ges. auf Aktien umwandelte, wobei die Norddt. Bank weiter unter ihrem bisherigen Namen firmierte. S. wurde Geschäftsinhaber (persönl. haftender Gesellschafter) beider Institute, war jedoch weiter von Hamburg aus tätig. Bis zum 1. Weltkrieg betreute er neben den traditionellen südamerik. Interessen und dem starken Engagement im Reedereiwesen v. a. das Geschäft in Hamburg. 1919 schied er aus dem aktiven Bankgeschäft aus, blieb aber in den Aufsichtsräten der Disconto-Gesellschaft und der Norddt. Bank, deren Vorsitzender er bis zur Fusion mit der „Dt. Bank“ 1929 war. Danach war er bis 1933 Ehrenpräsident des Aufsichtsrats des vereinigten Instituts. S. galt als Inbegriff eines Bankiers hanseat. Prägung, bei ihm verbunden mit einer großen Begeisterung für Ks. Wilhelm II. Die Weimarer Republik und den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel der 20er Jahre lehnte er zutiefst ab. Unter den Geschäftsinhabern der Disconto-Gesellschaft einer der konservativsten, engagierte er sich politisch im „Stahlhelm“|

Auszeichnungen  
Aufsichtsratsvors. u. a. d. Bank f. Chile u. Dtld., d. Brasilian. Bank f. Dtld., d. Dynamit AG, d. Hapag, d. Hamburg-Südamerik. Dampfschiff.-Ges., d. Norddt. Affinerie; Präs. d. Hamburger Rennklubs (1893–1923) u. d. Hamburger Handelskammer (1907–10); Mitgl. d. Synode d. ev. Landeskirche; D. theol. h. c. (Rostock 1917); E. K. II (1870/71 u. 1914); Roter Adlerorden II. Kl.; Rote Kreuz-Medaille I. Kl.

Werke  
Reichsbank u. Giroverkehr, 1898; Verhh. über d. Novelle z. Börsengesetz, Vortrag b. 2. Bankiertag, 1904; Nat. Pflichten d. Banken u. Kapitalisten im Kriegsfall, in: Bankarchiv. 1905/06, S. 41-44; Unsere übersee. Bankunternehmungen, ebd., 1905/06, S. 265-69; Betrachtungen über d. Reichsfinanzreform, ebd., 1908/09, S. 262-64; Unsere Geldwirtsch. vorher, jetzt u. nachher, 1915; Staatsmonopole während u. nach Beendigung d. Krieges, 1915; Lebenserinnerungen, 1929 (Autobiogr., P);|

Quellen  
Qu (Korr. mit d. Berliner Geschäftsinhabern d. Disconto-Ges. 1895-1919): Hist. Inst. d. Dt. Bank, Frankfurt/M.

Literatur  
Norddt. Bank in Hamburg 1856-1906, 1906 (P); E. W. Schmidt, Die Männer d. Dt. Bank u. DiscontoGes., 1957 (P); E. Rohrmann, M. v. S., 1971; Wenzel; Rhdb. (P); – zur Fam.: GHdA 86, Adelige Häuser B 16, 1985, S. 373-78 (P).

Autor  
Martin L. Müller
Empfohlene Zitierweise  

Müller, Martin L., „Schinckel, Max Heinrich von“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 784-785 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118755080.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S.  784-785
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 299 in Artikel Russell, Emil

PND: 118755080
Artikel drucken

Index

Schinckel, Max von

Name: Schinckel, Max von
Namensvariante: Schinckel, Maximilian Heinrich
Lebensdaten: 1849 bis 1938
Geburtsort: Hamburg
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Bankier
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Müller, Martin L.
PND: 118755080

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Schinckel, Max von

PND
118755080

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Editionen
Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik online
Pressemappe 20. Jahrhundert

Nachlässe
Kalliope