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<< Schily, Viktor Albert Franz     Schimmel, Annemarie >>

Schimank, Hans Friedrich Wilhelm Erich

Wissenschafts- und Technikhistoriker, * 17.3.1888 Berlin, 25.8.1979 Hamburg. (evangelisch, später konfessionslos)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Hans (1853–1918), Maurergeselle, dann Bez.-feldwebel, Rechnungsrat am Kunstgewerbemus., in B., S e. Bauern in Schmogrow (Spreewald); M Margarethe (1865–97), T d. Rentiers Friedrich Baetke u. d. Friederike N. N. aus Gosen; Stief-M (seit vor 1900) Pauline Schumann, verw. Lange (1865–1947), Bäckersfrau in B.; 1 Schw Charlotte (1892-1985, Bruno Gaul, 1882–1945, Studienrat in B.); – 1920 Margarethe (1890–1983, seit 1955 kath.), aus Dahme (Mark), Dr. phil., Lehrerin, Chemikerin, Schriftst., 1911 in Leeds (England), danach in Erfurt, seit 1914 Studium in B., 1920 Promotion in B. aufgrund e. Diss. „Über Schwefelbarium“, 1920-22 Doz. an d. Techn. Staatslehranstalten in H., 1922-28 Lehrerin an d. privaten Augusta-Schule in B., errichtete 1982 d. „Hans Schimank-Gedächtnis-Stiftung“ (s. L), T d. Gottfried Jahn (1858–1921), aus Stolzenhain, Ziegeleibes, in Erfurt u. Bischleben, u. d. Agnes Jacob (1860–96), aus Dahme; 2 T (1 früh ); Stief-M d. Ehefrau Tony Beuschel ( nach 1929), Erzieherin am sachsen-coburg. Hof in Coburg; Stief-B d. Ehefrau Hellmuth G. Jahn (1902–81), Vorstand d. „Vereinigte Speyerer Ziegelwerke AG“; Schwägerinnen Johanna Jahn (1886–1956, Louis Hamilton, 1879–1948, Doz. an d. Univ. Berlin), Dr. phil., Lehrerin, 1929 Doz. f. Alt- u. Mittelengl., 1939-1956 f. Dt. Lit. an d. Univ. London, Frauenrechtlerin in England, Hermine (ahn (1888-1967, Hans Wolff v. Schutter, 1882-1944 , Major), unterrichtete am Bauhaus in Weimar; N d. Ehefrau Thomas Hamilton (* 1930), Architekt in London.

Leben  
Nach dem Abitur 1909 am Friedrich-Gymnasium in Berlin studierte S. an der Univ. Berlin Physik und hörte zudem philosophische und kunstgeschichtliche Vorlesungen. 1914 wurde er bei dem Physikochemiker Walther Nernst (1864–1941) mit einer Dissertation über das Verhalten des elektrischen Widerstandes von Metallen bei tiefen Temperaturen promoviert und anschließend dessen Assistent. Aufgrund einer Knochentuberkulose kriegsdienstuntauglich, war S. in den letzten Jahren des 1. Weltkrieges als Hilfsbetriebsleiter und dann als Betriebsleiter im Hauptmannsrang an der Abteilung für Sprengstoffe des kgl. Militärversuchsamtes in Berlin-Plötzensee mit der Untersuchung von Beutemunition beschäftigt. Seit 1919 unterrichtete er an den Technischen Staatslehranstalten (der späteren Ingenieurschule) in Hamburg Physik, Chemie, Mathematik und Technologie.
In Hamburg begann S., populärwissenschaftliche Darstellungen der Atomtheorie, der Relativitätstheorie, der Energiequellen und -Verwertung und der Rundfunktechnik zu verfassen und – nach längerer Unterbrechung während der Inflationszeit zur Behandlung einer Lungentuberkulose – Rundfunkvorträge zu halten sowie Manuskripte für Hörspiele und Schulfunksendungen zu schreiben. 1928 erschien seine Darstellung „Zur Geschichte der exakten Naturwissenschaften in Hamburg“, 1930 sein Buch „Epochen der Naturforschung, Leonardo – Kepler – Faraday“ (21964). Die Bekanntschaft mit dem Direktor des VDI, Conrad Matschoß (1871–1942), förderte S.s intensive Beschäftigung mit der Technikgeschichte. Von den zahlreichen einschlägigen Veröffentlichungen sei die Studie „Der Ingenieur, Entwicklung eines Berufes bis zum Ende des 19. Jahrhunderts“ (1961) wegen ihrer umfassenden kulturgeschichtlichen Orientierung hervorgehoben. Beim VDI, dem S. 1945-65 als Leiter der Hauptgruppe Technikgeschichte diente, entstand der Plan der Herausgabe einer dt. Übersetzung der „Experimenta Nova (ut vocantur) Magdeburgica de Vacuo Spatio“ (1672) von Otto v. Guericke (1602–86). Nach jahrzehntelanger Arbeit konnte dieses Hauptwerk S.s 1968 als reich dokumentierter Folioband sowie in einer kleinen Studienausgabe erscheinen. Unermüdlich setzte sich S. auch in Vorträgen und Denkschriften für die Verankerung der Naturwissenschafts- und Technikgeschichte an Schulen und Universitäten ein. Einem Antrag auf Habilitation kam die Univ. Hamburg 1942 durch die Ernennung S.s zum Honorarprofessor zuvor. Nach Gründung des Instituts für Geschichte der Naturwissenschaften der Univ. Hamburg 1960 fand der seit 1957 als Oberstudienrat der Ingenieurschule pensionierte Forscher hier eine neue Wirkstätte, an der er bis zu seinem Tod regelmäßig Lehrveranstaltungen abhielt|

Auszeichnungen  
Dr. phil. nat. h. c. (Frankfurt 1963); VDI-Ehrenmünze in Gold (1963); Jungius-Med. d. Jungius-Ges. Hamburg (1972); Gr. BVK (1958); 1982 errichtete Margarethe S. in Hamburg z. Föderung d. Gesch. d. Naturwiss. d. „Hans Schimank-Gedächtnis-Stiftung“, in deren Bes. sich S.s Nachlaß befindet.

Werke  
Otto v. Guerickes Neue (sog.) Magdeburger Versuche über d. leeren Raum, Nebst Briefen, Urkk. u. anderen Zeugnissen seiner Lebens- u. Schaffensgesch., Übers. u. hg. v. H. S. unter Mitarb. v. H. Gossen, G. Maurach u. F. Krafft [Gr. Ausg. u. Studienausg.], 1968; Reise in d. Vergangenheit. Randbemerkungen z. Lebenslauf e. Physikhist., in: B. Stikker u. F. Klemm (Hg.), Wege z. Wiss.gesch., 1969, S. 83-130 (P); Ch. J. Scriba (Hg.), Rückschau auf|eun J.zehnte, Ein Interview mit H. v. Troschke [Rundfunksendung d. NDR v. 19.8.1979], 1981 (mit Verz. v. neun Nachrufen); F. Krafft (Hg.), Ausgew. Aufss., 2004.

Literatur  
A. Kleinert u. Ch. J. Scriba (Hg.), P. Koppel (Bearb.), H. S., Eine Bibliogr. seiner Veröff., Ergänzt um e. Biogr.,1984 (P); W. Walter, in: Verhh. d. Naturwiss. Ver. in Hamburg, NF 23, 1979 (1980), S. 369-72 (L, P); Ch. J. Scriba (Hg.), Disciplinae Novae, FS z. 90. Geb.tag v. H. S., 1979 (P); ders., in: Berr. z. Wiss.gesch. 4, 1981, S. 149-53; A. Kleinert u. Ch. J. Scriba, Der Nachlaß v. H. S., Ber. über e. Seminar, in: H. Beck u. a. (Hg.), Natur, Math. u. Gesch., Btrr. z. Alexander-v.-Humboldt-Forsch. u. z. Math.historiogr., 1997, S. 287-314 (P); Ch. J. Scriba u. B. Wolfram, Ber. über d. Bearb. d. S.-Nachlasses, in: Nachrr. aus d. Inst. f. Gesch. d. Naturwiss., Math. u. Technik 33, 2003, S. 10-13; Pogg. VI-VI1I; – zu Margarethe: W. Schmidt u. Ch. J. Scriba (Hg.), Frauen in d. exakten Naturwiss., Festkolloquium z. 100. Geb.tag v. M. S., 1990 (P).

Portraits  
Foto v. R. Clausen, Abb. in: Reise in d. Vergangenheit (s. W).

Autor  
Christoph J. Scriba
Empfohlene Zitierweise  

Scriba, Christoph J., „Schimank, Hans Friedrich Wilhelm Erich“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 776-777 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118607693.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S. 776-777

PND: 118607693
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Index

Schimank, Hans

Name: Schimank, Hans
Lebensdaten: 1888 bis 1979
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Wissenschaftshistoriker; Technikhistoriker
Konfession: evangelisch; konfessionslos
Autor NDB: Scriba, Christoph J.
PND: 118607693

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Schimank, Hans

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