<< Breitling, Wilhelm August von
Breloer, Bernhard >>
Breitscheid, Rudolf
sozialdemokratischer Politiker,
* 2.11.1874 Köln,
† 24.8.1944 Buchenwald. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm (1837–83), Buchhandlungshilfe,
S des Ackerers Johann Wimar und der Anna Maria Bender;
M Wilhelmine,
T des Schneiders Johann Thorwester und der Wilhelmine Schumacher;
⚭ Battenberg 1908 Tony (
* 1878), Frauenrechtlerin, Mitglied der
SPD,
|dann
USPD,
T des Fabrikanten Ernst Drevermann und der Emilie Funke; 1
S.
Leben ↑
Nach dem Studium der Nationalökonomie in München und Marburg redigierte Breitscheid von 1898 ab freisinnige und liberale Blätter in Hamburg und Hannover. 1905-10 war er Geschäftsführer des Handelsvertragsvereins in Berlin. Als die „Freisinnige Vereinigung", deren Mitglied er war, nach der Aufnahme von Fr. Naumanns „Nationalsozialem Verein" einen bürgerblockfreundlichen Kurs einschlug, trennte sich Breitscheid von ihr und gründete 1908 mit Th. Barth und H. von Gerlach die „Demokratische Vereinigung“, doch die geringe Resonanz, die sie im Bürgertum fand, bewog ihn 1912 zum Anschluß an die Sozialdemokratie. Bei der Parteispaltung während des 1. Weltkrieges stellte sich Breitscheid auf die Seite der Unabhängigen, gab in deren Sinne 1915 bis 1923 die Wochenschrift „Der Sozialist“ heraus und vertrat sie vom 11.11.1918-4.2.1919 als Minister des Innern in der ersten preußischen Revolutionsregierung. Nach Wiederherstellung der Parteieinheit im Jahre 1922 wurde Breitscheid einer der Vorsitzenden der
SPD-Fraktion im Deutschen Reichstag, dem er seit 1920 angehörte, und ihr Hauptsprecher in außenpolitischen Fragen. Neben
Rud. Hilferding galt er als führender Kopf der Partei, deren Politik in der Weimarer Republik er wesentlich mitbestimmt hat, denn er war eine der stärksten Stützen der Großen Koalition und der Locarnopolitik Stresemanns, der ihn 1926 in die deutsche Völkerbundsdelegation berief. Vom
NS-Regime ausgebürgert, lebte Breitscheid bis 1940 in Paris, floh dann nach Marseille, wurde aber nach dem Waffenstillstand von der Vichy-Regierung an die
Gestapo ausgeliefert und kam am 24.8.1944 bei einem Luftangriff auf das
KZ Buchenwald ums Leben.
Werke ↑
Der Bülowblock u. d. Liberalismus, 1908.
Literatur ↑
In memoriam R.
B., in: Die Gegenwart,
Jg. 1, 1945/46,
Nr. 6/7;
E. Unger, R.
B., in: Polit. Köpfe d. sozialist.
Dtld., 1920, S. 128;
C. Severing, Mein Lebensweg,
Bd. 1/2, 1950;
F. Stampfer, Die vierzehn J. d. ersten
dt. Republik,
31953.
Autor ↑
Paul MayerEmpfohlene Zitierweise ↑
Mayer, Paul, „Breitscheid, Rudolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
579 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11851492X.html
Breitscheid, Rudolf
Name: Breitscheid, Rudolf
Lebensdaten: 1874 bis 1944
Geburtsort: Köln
Sterbeort: Buchenwald
Beruf/Lebensstellung: sozialdemokratischer Politiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Mayer, PaulPND: 11851492X