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NDB-Artikel

<< Schildkraut, Rudolf Maximilian     Schiller, Johann Christoph Friedrich von >>

Schilke, Fritz

Hippologe, * 17.10.1899 Diebowen (Kreis Sensburg), 1.9.1981 Hamburg, Hamburg. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Friedrich (1860–1940), auf Diebowen, Gutsbes.; M Elisabeth (1868–1942), T d. Herrmann v. Woisky (1821–82), auf Basien, preuß. Oberlt., u. d. Emma Kusserow (1833–82); 1) Rosoggen (Kr. Sensburg) 1938 Barbara (1916–42), 2) Königsberg 1943 Ursula (1915–98, 1] Friedrich Müller 1915-41, Hptm.), beide T d. Kuno Rogalla v. Bieberstein (1880–1921), auf Rosoggen, u. d. Emily Marshall (1883–1956); 1 S aus 1) Hans-Jürgen (* 1939), 1 S aus 2) Heinrich (* 1943), 1 T aus 2) Gabriele v. Schwartz (* 1945); Schwager Alexander Rogalla v. Bieberstein (1910–63, Salborgh Freiin v. Ketelhodt, * 1921, 2] Franz Rilinger, 1910–80, Dr.|oec., Kaufm., Gen.dir., Vorstandsvors. d. Dt. Hypothekenbank, Vorstandsmitgl. d. Niedersächs. Börse), Landwirt u. Kaufm.

Leben  
Nach bestandenem Notabitur 1917 in Eberswalde, Teilnahme am 1. Weltkrieg, Staatsexamen als Diplomlandwirt an der Univ. Königsberg und Examen als Tierzuchtinspektor trat S. 1922 als Volontär in das Hauptgestüt Trakehnen unter der Leitung von Landstallmeister Kurt Gf. v. Sponeck ein. Im selben Jahr wurde er mit der Arbeit „Biometrische Untersuchungen über das Wachstum der Trakehner Pferde“ in Königsberg zum Dr. phil. promoviert. Seit Jan. 1923 Assistent beim Landwirtschaftlichen Zentralverein für Litauen und Masuren in Insterburg, wurde S. im Juli des Jahres auf Empfehlung von Eberhard v. Zitzewitz-Weedern Leiter der Stutbuch- und Zuchtabteilung der „Ostpreuß. Stutbuchgesellschaft für Warmblut Trakehner Abstammung“. 1928 wurde er stellvertretender, 1932 Hauptgeschäftsführer dieses größten dt. Pferdezuchtverbands, der u. a. durch das von S. angeregte Schau- und Prämiensystem und Leistungsprüfungen für Mutterstuten in der Warmblutzucht führend wurde. 1939/40 nahm er als Hauptmann der Reserve am 2. Weltkrieg teil und übernahm anschließend das väterliche Gut.
Nach der Flucht aus Ostpreußen erreichte S. im Mai 1945 Sören (Kr. Segeberg), wo er aus kleinen in den Westen geretteten Beständen die Zucht wieder aufbaute und so das Fortbestehen des Trakehner Pferds sicherte. Die Forderung nach dem Wiederaufbau eines Zuchtverbands für das Trakehner Pferd wurde auf Betreiben S.s 1947 verwirklicht: Die Ostpreuß. Stutbuchgesellschaft durfte den Namen nicht mehr verwenden und mußte ihre Tätigkeit einstellen; gleichzeitig wurde der „Verband der Züchter und Freunde des Warmblutpferdes Trakehner Abstammung e. V.“ gegründet (Vors. 1965–75). Seit 1950 wurden DLG-Ausstellungen beschickt, 1952 die 1. Nachkriegsauktion durchgeführt. Die Trakehner Auktionen für Zucht- und Reitpferde und der alljährliche Hengstmarkt in Neumünster finden weltweites Interesse.
Durch vielfältige internationale Kontakte wirkte S. für die weltweite Organisation der Trakehnerzucht, u. a. indem er 1937 die Gründung der „Rumän. Stutbuchgesellschaft für Warmblutpferde Trakehner Abstammung“ in Kronstadt anregte und 1978 zur Unterzeichnung eines Abkommens mit der „American Trakehner Association“ beitrug. Neben seinem großen Fachwissen, von dem seine Sachbücher zeugen, verfügte S. über außerordentliches diplomatisches Geschick, wobei er kaufmännische und jur. Aspekte im Blick behielt. Nur so konnte die Trakehnerzucht neben den alteingesessenen Landespferdezuchten wachsen und Anerkennung finden|

Auszeichnungen  
Gustav-Rau-Plakette d. Hauptverbands f. Zucht u. Prüfung dt. Pferde; Plakette d. Dt. Landwirtsch.ges.; Goldene Ehrennadel d. Landsmannschaft Ostpreußen; Silberne Max Eyth-Plakette (1964); Justus-v.-Liebig-Preis d. Stiftung FVS (1964); BVK I. Kl. (1970; Gr. BVK, 1980); Komturkreuz I. Kl. d. Schwed. Nordstern Ordens (1975); Commandeur d. Ordens d. Polarsterns; Mitgl. d. American Trakehner Association (1975).

Werke  
Das Ostpreuß. Warmblut Pferd, 1938, Nachdr. 1974; Trakehner Pferde einst u. jetzt, 1964, 51982.

Literatur  
N. N., Dr. S. becomes distinguished member, in: American Trakehner, Stallion Issue, 1975, S. 3 (P); A. Gribbons, Annual Met in Toronto, ebd., S. 4 f, (P); H. K. Gibble, Dr. S. attends ATA annual meeting, ebd., S. 6 (P); Altpreuß. Biogr. V.

Autor  
Karin Drewes, Gabriele von Schwartz
Empfohlene Zitierweise  

Drewes, Karin; Schwartz, Gabriele von, „Schilke, Fritz“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 758-759 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd14054142X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S. 758-759

PND: 14054142X
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Index

Schilke, Fritz

Name: Schilke, Fritz
Lebensdaten: 1899 bis 1981
Geburtsort: Diebowen (Kreis Sensburg)
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Hippologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Drewes, Karin; Schwartz, Gabriele von
PND: 14054142X

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Schilke, Fritz

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