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NDB-Artikel

<< Diest, Friedrich Wilhelm von     Diestel, Arnold Friedrich Georg >>

Diest-Daber, Otto Karl Erhard Heinrich von

Politiker, * 31.7.1821 Posen, 29.8.1901 Daber. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Heinr. v. Diest (1785–1847), preußischer Gen.Lt. u. Gen.Insp. der Art. (s. ADB XLVII), S des Frdr. (1748–1814), Tribunalpräsident (s. NDB II*), u. der Maria v. Oven; M Adelh. (1794-1832), T des Carl v. Gerhardt auf Flatow (Westpreußen) u. der Carol. Adelh. v. Wobeser; Ov Ernst v. Bodelschwingh ( 1854), preußischer Staatsminister (s. NDB II); B Gustav (1826–1911), preußischer RegierungsPräs. in Wiesbaden (1867–69), in Danzig (bis 1876), in Merseburg (bis 1894), dann Domdechant zu Merseburg; Starzin 1848 Meta (1828–1909), T des Gustav v. Graß auf Kl. Starzin u. der Emilie von Selchow; 5 S.

Leben  
Nach Abschluß seines juristischen Studiums wurde Diest-Daber Kriminalrichter, 1850 Vorsitzender der Kriminalabteilung beim Kreisgericht Frankfurt/Oder. Als Landrat in Elberfeld (1851) deckte er das Bestechungssystem auf, mit dem sich die Söhne der reichen Kaufmannsschicht der sie treffenden Wehrpflicht entzogen. Wegen seiner Stellungnahme gegen die Finanzverstrickung des Handelsministers A. von der Heydt wurde Diest 1858 seines Amtes enthoben und nach Freispruch im Disziplinarverfahren ohne Pension entlassen. 1861 kaufte er das Gut Daber in Pommern. Als konservatives Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses geriet er 1868 wegen des Gesetzentwurfes über den Hannoverschen Provinzialfonds mit Bismarck in Konflikt. Diest zeigte die Bindungen Bismarcks mit S. Bleichröder auf, kämpfte gegen Gründertum und Korruption im Staatswesen, gegen die Unterwerfung des Grundbesitzes unter das Kapital (Preußische Zentral-Bodenkredit Aktiengesellschaft), vor allem gegen die angebliche Vorherrschaft des jüdischen Großkapitals und sah darin eine schwere Gefährdung der sittlichen Grundlagen des Staates. Der Konflikt mit Bismarck führte 1877 zur Beleidigungsklage und Verurteilung Diests zu 3 Monaten Gefängnis. Die Gegenklage Diests wurde bei allen Instanzen verschleppt und abgewiesen trotz der Unterstützung durch den Kronprinzen Friedrich Wilhelm und Moltke. Als konservativer Edelmann altpreußischer Prägung, dem selbst seine Feinde die Lauterkeit seines Charakters und die Reinheit seiner Ziele anerkannten, kämpfte er mit zäher Energie bis an sein Lebensende um sein Recht und die von ihm vertretenen sittlichen Grundsätze in der Politik.

Werke  
Geldmacht u. Sozialismus, 1874; Der sittl. Boden im Staatsleben, 1876; Entgegnungen auf d. Angriffe d. Herren Lasker, v. Bennigsen u. a., 1876; Drei Monate Gefängnis, Bern 1878; Bismarck u. Bleichröder, 1897; Berichtigung v. Unwahrheiten etc. in d. Erinnerungen d. Fürsten Bismarck u. d. dt. Rechtsbewußtsein, Zürich 1899.

Literatur  
O. v. D.-D., Lb. e. mutigen Patrioten, 1901 (anonym); LIZ 117, 1901, S. 339; Woche, 3. Jg., 1901, S. 1556 (P); Dt. Landwschftl. Presse 1901, S. 75; BJ VI, Tl. 1901. - Zu B Gustav (Autobiogr.): Aus d. Leben e. Glücklichen, 1904 (P).

Autor  
Lotte Knabe
Empfohlene Zitierweise  

Knabe, Lotte, „Diest-Daber, Otto Karl Erhard Heinrich von“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 664 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116104546.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 664

PND: 116104546
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Index

Diest-Daber, Otto van

Name: Diest-Daber, Otto van
Namensvariante: Diest-Daber, Otto Karl Erhard Heinrich van
Lebensdaten: 1821 bis 1901
Geburtsort: Posen
Sterbeort: Daber
Beruf/Lebensstellung: Richter; Politiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Knabe, Lotte
PND: 116104546

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Diest-Daber, Otto van

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116104546

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