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Scheibler
hessische, westfälische und rheinische Kaufmanns-, Theologen- und Fabrikantenfamilie (Reichsadel 1781). (lutherisch)
Leben ↑
Johann Schybeler und
Heinrich Scheybeler sind um 1360 in Loshausen
bzw. um 1415 in Todenhusen bei Kassel nachweisbar. Der von
Johannes (I.) (um 1490–1559) in Gemünden a. d. Wohra begründete Familienzweig war tätig als Grundbesitzer, Schafzüchter, Wollhändler und Bierbrauer, als Pfarrer, Ratsmitglieder, städtische Beamte und Bürgermeister und siedelte 1704 nach Frankfurt/M. über.
Christoph (1589–1653), Urenkel des Johannes (I.), war 1617 Rektor der
Univ. Gießen und seit 1625 Pfarrer und Superintendent in der Reichsstadt Dortmund. Christophs Sohn
Johannes (II.) (1628–89), der seit 1651 in Gießen lehrte, war Generalinspektor der
luth. Kirche im
Hzgt. Jülich-Berg.
Johann Karl Wilhelm (1783–1847), Sohn von
Peter Christoph (1744–1814), war als Tuchfabrikant in Monschau tätig. Sein Sohn
Karl Wilhelm (1820–81, s. 3) begründete die Textilindustrie in Lodz (Polen).
Johann Heinrich (I.) (1705–65, s. 1) und
Wilhelm Wimar Gerhard (1715–1803), Enkel des Johannes (II.), wurden Textilunternehmer, letzterer vom
preuß. Kg. 1757 zum Werkmeister der
kgl. Tuchma nufaktur in Berlin berufen. Sein Enkel
Karl Friedrich Heinrich (1782–1868) war Bildhauer, während dessen Brüder und Neffen unternehmerisch tätig waren:
Robert Wilhelm (1823–84)
u. a. als Direktor der von ihm mitbegründeten
Dt. Feuerversicherungsgesellschaft in Berlin und
Albrecht Armand (1831–53) nach seiner Auswanderung in die USA (1847) als Teilhaber in der Firma „Scheibler, Faber & Perkins“ in New York. Ihr Verwandter
Carl Bernhard Wilhelm (1827–92, s. 4) wurde 1880 Professor der Chemie. Das Erbe Johann Heinrichs (I.) in Monschau traten 1765 seine Söhne
Paul Christoph (1726–97, beteiligt auch an d.
Fa. „Scheibler & Orth“),
Johann Ernst (1731–73) und
Wilhelm (1737–97), 1777 Alleineigentümer des Unternehmens, an. Ihr älterer Bruder
Bernhard Georg v. S. (1724-86, Reichsadel 1781) etablierte durch die Gründung eigener Unternehmen in Hagen und Herdecke das Tuchmachergewerbe in der
preuß. Gfsch. Mark. Seine Tochter
Ernestine (1760–1821) heiratete den Großhändler Adolf Böcking (1754–1800, s.
NDB II). Von seinen Söhnen wurden
Johann Christian v. S. (1754-87,
österr. pers. Adel 1783) und
Bernhard Paul v. S. (1758-1805) Tuchfabrikanten in Monschau,
Friedrich v. S. (1777-1843) Fabrikant in Iserlohn und
Karl Wilhelm v. S. (1772-1843,
österr. Adel 1814) Offizier, zunächst in
preuß., seit 1799 in
österr. Diensten, seit 1839 Festungskommandant in Josefstadt.
Bernhard v. S. (1785-1837), ein Sohn von Bernhard Paul, war der erste
preuß. Landrat im Kreis Eupen, seit 1830 zugleich
kgl.-
belg. Kommissar für die Verwaltung des Gebietes Neutral-Moresnet bei Aachen. Während Wilhelms Sohn
Ernst (1769–1822) eine eigene Spinnerei in Monschau gründete, erbte sein Bruder
Friedrich Jakob (1774–1834) das väterliche Unternehmen, an dem 1805-25 Brüsseler Tuchhändler als Teilhaber beteiligt waren. Obwohl der Niedergang des Monschauer Tuchgewerbes schon während der
franz. Besetzung begann, betrieb Friedrich Jakob die Mechanisierung der Produktion und erwarb die ersten Spinn- und Schermaschinen. Sein Sohn
Alexander Arnold (1804–77) gründete 1856 eine Wollhutfabrik, 1863 eine Kunstwollfabrik. Die Unternehmensleitung ging 1877 auf die Söhne
Bernhard Heinrich (1846–1918) und
Alexander (1850–1929) sowie in der 6. Generation auf den Enkel
Walter Bernhard (1880–1965) über, der das Unternehmen 1957 stillegte. Wilhelms Sohn
Johann Heinrich (II.) (1777–1837, s. 2) gründete 1834 in Krefeld die Samt- und Seidenmanufaktur „Scheibler &
Co.“, die sein Sohn
Heinrich (1813–78) wei
|terführte. Dessen Zwillingssöhne
Gustav Wilhelm (1845–1911) und
Hermann Otto (1845–1917) stellten 1878 den ersten mechanischen Samtwebstuhl in ihrem Unternehmen auf, das 1965 mit der Samtfabrik „
Gebr. Peltzer“ (s.
NDB 21) zur „Scheibler Peltzer
GmbH“ fusionierte.
Robert Adolf (1814–75), ein Onkel der Zwillinge, war ebenfalls Seidenfabrikant in Krefeld. Seine Brüder
Johann Friedrich (1807–62) und
Carl Ludwig Aurel (1823–1905) betrieben Rohseidenhandlungen.
Carl Johann Heinrich (1852–1920, s. 5), Sohn des letzteren, gehörte zu den Mitbegründern der
chem. Großindustrie in Köln, in der auch sein Sohn
Hans C. (1887–1963) tätig war. Wilhelms jüngster Sohn
Louis Adolph (1785–1850) errichtete mit William Cockerill, der in Verviers, später in Lüttich Maschinen für die Textilindustrie herstellte, eine Wollspinnerei in Reims. Nach deren Zerstörung (1814/15) beteiligte er sich am weiteren Ausbau des väterlichen Unternehmens in Monschau. Sein Sohn
Emil (1820–63) betrieb zunächst Rohseidenhandel und gründete später in Mailand eine Seidenspinnerei, die sein Sohn
Felix Emil (1856–1921,
ital. Adel 1896) übernahm.
Leopold (1799–1881), Nachkomme des Stoiberger Pfarrers
Balthasar Christian (1671–1730), wurde 1837 Teilhaber in der Aachener Spedition „Charlier & Scheibler“, zu der seit 1868 auch ein Bankhaus gehörte; er war 1851-63 und 1871-81 Präsident der
IHK Aachen. Der Ingenieur
Fritz (
* 1845) eröffnete 1879 eine Maschinenfabrik in Burtscheid bei Aachen, die um 1900 die Produktion von Motoren und Automobilen aulnahm und 1908 fusionierte mit der „Maschinenbauanstalt Alten-Essen
AG“ zur „Motoren- und Lastwagen
AG“ (Mulag), die, 1913 mit der „Mannesmann-Auto-
GmbH“ (1911 in Aachen gegründet) zur „Mannesmann-Mulag“ vereint, 1928 die Produktion einstellte.
Scheibler, Johann Heinrich
Scheibler, Johann Heinrich
Scheibler, Karl Wilhelm von
Scheibler, Carl Wilhelm Bernhard
Scheibler, Carl Johann Heinrich