Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Schaffner, Martin     Schaffran, Gerhard >>

Schaffner, Max (Friedrich Maximilian)

Industrieller, Chemiker, * 25.3.1830 Meisenheim (Rheinland), 18.6.1907 Meran (Tirol). (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Friedrich Ludwig (* 1793), aus Meisenheim, Arzt ebd.; M Carolina Römmich (* 1801); 1863 Bertha, T d. Friedrich Wilhelm Hasenclever (1809–74), Apotheker, Fabr., Mitgründer d. Sodafabrik Hasenclever & Co. in Aachen (s. NDB VIII); 2 S Wilhelm, Dr., Min.beamter, Max Robert, Kapellmeister; Schwager Robert Hasenclever (1841–1902), Gen.dir. d. Chem. Fabrik Rhenania (s. NDB VIII).

Leben  
S. studierte nach der Mittelschule an der Polytechnischen Schule in Karlsruhe die chem.-techn. Fächer, war anschließend dort Assistent und studierte an der Bergakademie in Freiberg (Sachsen). 1854 arbeitete er bei einer Hüttengesellschaft in Moresnet bei Aachen, wurde dann Direktor der „Sächs.-thüring. Bergbaugesellschaft" in Eisenach und 1859 „Spezialdirektor“ des „Vereins für chemische und metallurgische Produktion“ in Aussig (Böhmen). Durch sein kaufmännisches Geschick und seine hervorragenden Fähigkeiten als Chemiker stieg er zum Verwaltungsrat, Generaldirektor und Präsidenten des Unternehmens auf. 1862 war erstmals die Ausschüttung einer Dividende von 3 % möglich, die bis 1872 auf 24 % gesteigert wurde. Zunächst wurden nur Schwefelsäure und Soda nach dem Leblanc-Verfahren erzeugt. 1876 ließ S. die Sodaerzeugung durch den Ankauf von Schmelzöfen (Revolveröfen) modernisieren und die Verarbeitung von Schwefelkies verbessern. 1859 entwickelte S. ein wirtschaftlich bedeutsames und umweltschonendes Verfahren zur Rückgewinnung von Schwefel aus Sodaschlamm (Calciumsulfid plus Calciumoxid), der bis dahin ein Abfallprodukt gewesen war. S. forcierte den Ausbau des Unternehmens in Aussig, setzte sich erfolgreich für den Kauf der chemischen Fabrik „Jordan u. Söhne“ in Kralup a. d. Moldau (Böhmen) ein, wo Schwefelsäure großtechnisch erzeugt wurde. Außerdem betrieb er die Errichtung einer Sodafabrik in Ebensee (Oberösterr.), die mit dem 1863 erfundenen Solvay-Verfahren arbeitete. Für die Belegschaft ließ S. Wohnhäuser und Kindergärten bauen und richtete Pensions-, Invaliditäts- und Krankenkassen ein. – Dr. h. c. (TH Karlsruhe 1901); Franz-Joseph-Orden; preuß. Roter Adler-Orden; Orden d. franz. Ehrenlegion.

Literatur  
Aussiger Tagbl. v. 18./20.6.1907; Die Großind. Österr.s, IV, 1910, S. 56; F. J. Umlauft, Die Gesch. d. dt. Stadt Aussig, 1960, S. 323 f.; J. Jetschko, Skoda, Gablonz, Budweiser u. Co, 2001, S. 115; ÖBL.

Autor  
Josef Mentschl
Empfohlene Zitierweise  

Mentschl, Josef, „Schaffner, Max“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 540 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117100935.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S. 540
Erwähnungen: 
NDB 8 (1969), S. 25*

PND: 117100935
Artikel drucken

Index

Schaffner, Max

Name: Schaffner, Max
Namensvariante: Schaffner, Friedrich Maximilian
Lebensdaten: 1830 bis 1907
Geburtsort: Meisenheim (Rheinland)
Sterbeort: Meran (Tirol)
Beruf/Lebensstellung: Industrieller; Chemiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Mentschl, Josef
PND: 117100935

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Schaffner, Max

PND
117100935

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Polytechnisches Journal (Dingler)

Nachlässe
Kalliope