<< Schälzky, Robert
Schaer, Eduard >>
Schäperclaus, Wilhelm
Fischereiwissenschaftler,
* 10.7.1899 Hagen (Westfalen),
† 3.1.1995 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Eduard (1857–1941),
Dr. phil.,
Prof., Studienrat in
H.;
M Maria Haarmann (1868–1902); 2
B Hans (1891–1976),
Kaufm.,
Dir. e. Sensenfabrik in Leverkusen, Eduard (1893–1917
⚔),
Schw Hilde (1895–1974,
⚭ Lorenz Gedon); –
⚭ Hagen 192
|Luise Becker (1905–93), aus Essen/Ruhr; 2
T Ursula (
* 1928,
⚭ Hans-Walter Mente, Dr. med),
Dr. med., Ärztin in
B. (s.
L), Gerda (
* 1936,
⚭ Hartmut Stachowitz,
Dr. med. vet.), Architektin in Bielefeld.
Leben ↑
Nach dem Abitur an der Oberrealschule Hagen 1917 zum Kriegsdienst einberufen, geriet
S. 1918/19 in
brit. Gefangenschaft. Seit 1920 studierte er in Münster und München Naturwissenschaften und Mathematik und wurde 1924 in Münster bei Hans Helmuth Wundsch (1887–1972) mit einer Arbeit über die Atmung niederer Wassertiere zum
Dr. phil. promoviert. Anschließend wurde er Volontär an der fischereibiologischen Abteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Münster bei Wundsch, dem er 1925 als Assistent an die
Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen folgte, wo er eine Abteilung für Fischkrankheiten und Teichwirtschaft aufbaute (1929 Abt.leiter, 1937 planm. Biologe). Nach Wundschs Zwangspensionierung 1937 amtierte er kurzzeitig als
stellv. Direktor der Landesanstalt, die 1938 zur Reichsanstalt für Fischerei erhoben und Alfred Willer (1889–1952) unterstellt wurde.
Bereits 1927 hatte sich
S. mit einer Schrift über die Rotseuche des Aales an der Forstlichen Hochschule Eberswalde (HSE) für angewandte Zoologie und Fischzucht habilitiert. 1928 wurde ihm der Lehrauftrag für Fischerei erteilt, 1932 übernahm er die Leitung der Versuchsfischzuchtanstalt (seit 1939
Inst. f. Fischerei) der HSE in Spechthausen bei Eberswalde (1935
ao., 1939
apl. Prof. f. Fischerei). Im 2. Weltkrieg verwaltete
S., unter Beibehaltung seiner Positionen in Friedrichshagen und Eberswalde, verschiedene Fischereiinstitute im Osten (1939 Bromberg, 1940 Danzig u. Breslau, 1942 Krakau). 1946 wieder Fischereibiologe bei Wundsch am Fischereiamt von Groß-Berlin, kehrte er 1952 in seine alte Stellung als Abteilungsleiter der Fischereianstalt in Friedrichshagen, nunmehr Institut für Fischerei der
Dt. Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin, zurück. 1952 zum Professor mit Lehrauftrag für Fischkrankheitskunde und Teichwirtschaft an die Humboldt-
Univ. Berlin berufen, wurde er 1956 im Nebenamt Professor mit Lehrstuhl für Fischereiwissenschaft (bis 1964), Leiter der Fachrichtung Fischwirtschaft und Direktor des Instituts für Fischereiwesen, ebenfalls in Friedrichshagen (bis 1962). 1959-64 stand er auch dem Akademieinstitut vor.
S. folgte in beiden Institutsleitungen seinem Lehrer Wundsch, als dessen bedeutendster Schüler er gilt. Seine Forschungen betrafen hauptsächlich die Ernährung und Züchtung, Pathologie und Toxikologie der Nutzfische und die Bewirtschaftung von Seen und Teichen und begründeten die moderne Binnenfischerei.
S. schrieb grundlegende Lehr- und Handbücher über Teichwirtschaft und Fischkrankheiten, die noch heute Standardwerke sind
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d.
Dt. Ak. d.
Landwirtschaftswiss., Berlin (1957).
Werke ↑
u. a.
Unterss. üb. d. Stoffwechsel,
insbes. d. Atmung niederer Wassertiere, in:
Zs. f. Fischerei 23, 1925, S. 167-280;
Die Rotseuche d. Aales im
Bez. v. Rügen u. Stralsund,
ebd. 25, 1927, S. 99-128;
Lehrb. d. Teichwirtsch., 1933,
41998 (
engl. 1933,
franz. 1962);
Fischkrankheiten, 1934,
51990 (
engl. 1992);
Bewirtschaftung
v. Binnenseen mit Karpfen, 1949;
Grundriß d. Teichwirtsch., 1949.
Literatur ↑
W. Steffens, in:
Zs. f. Fischerei,
NF 17, 1969, S. 7-31
(W-Verz., P);
ders., in:
Zs. f. Binnenfischerei d.
DDR 26, 1979, S. 163 f.
(W-Verz., P);
ders., in: Fischer u. Teichwirt 48, 1997, S. 194-200;
Wer war wer DDR;
|Quellen ↑
Qu Archiv d.
HU Berlin, UK, Personalia Sch 694;
Mitt. v. Dr. Ursula Mente, Berlin.
Autor ↑
Ekkehard HöxtermannEmpfohlene Zitierweise ↑
Höxtermann, Ekkehard, „Schäperclaus, Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
524-525
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122419294.html