<< Sarasin
Sartori, August Anton Heinrich >>
Sarg, Johann Heinrich Karl
Industrieller,
* 10.2.1832 Frankfurt/Main,
† 14.3.1895 Wien. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich Adalbert (1804–76), aus Nürnberg, Hotelier in
F., seit 1858 in
W., ersteigerte 1858 d. Milly-Kerzen-Fabrik in Liesing
b. W.;
M N. N.;
⚭ Anna Nestlé (1843–1926);
S Karl (1868–1946), führte d.
väterl. Unternehmen bis zu d. durch wirtschaftl. Schwierigkeiten bedingten Verkauf 1925 an d. Georg Schicht
AG.
Leben ↑
S., der
u. a. 1851/52 bei Justus
v. Liebig (1803–73) in Gießen Chemie studiert hatte, verwertete seine Kenntnisse in der väterlichen „Milly-Kerzen-Fabrik des F. A. Sarg“ in Liesing (heute Wien). Er übernahm 1869 die Leitung der Firma unter der Beteiligung von „J. M. Miller & Sohn“ als Gesellschafter. Die Kerzenproduktion wurde modernisiert und ihr Nebenprodukt Glyzerin fabrikmäßig verwertet, wofür
S. 1872 ein Privileg erhielt. 1873 entdeckte er das Kristallisationsvermögen des Glycerins und entwickelte daraus ein neues Verfahren zur Glyceringewinnung. Er stellte durch den Zusatz von über 90% Glyzerin eine neuartige transparente Seife her, die international verkauft wurde. Die von
S. bestellten Gutachten renommierter Professoren wie Liebig und Ferdinand
v. Hebra (1816–80) sicherten diesen Glycerin-Artikeln eine rasche Verbreitung. Erst später setzten sich seine Margarine (Ceres-Speisefett) gegen die
dt. Konkurrenz und sein für Weihnachtskerzen bestimmtes Kunstwachs (Ceresin) durch. 1887 brachte
S. eine Zahnpaste mit der Bezeichnung „Kalodont“ auf den Markt, die erstmals hygienisch in Tuben eingepreßt war, ein Verfahren, das bis heute international Verwendung findet. Bevor dies allgemein üblich war, machte er für seine Produkte
z. T. selbst entworfene originelle Reklame mit Zeitungsinseraten, auf Plakaten und Theaterzetteln
|Auszeichnungen ↑
Verw.rat d. Länderbank (1890), d. Alpine-Montan-
Ges. u. d. Liesinger Brauerei;
ksl. Rat (1885); Kommerzialrat; Franz-Joseph-Orden.
Literatur ↑
Neue Freie Presse
v. 15.3.1895 u. 16.3.1895;
Ber. über d. 100. gewerbl. Exkursion am 29.9.
|1898, 1898, S. 14-17;
Die Großind. Österr.s 5, 1898, S. 41 ff., Erg.bd. 3, 1908, S. 256 ff.;
R. Granichstaedten-Czerva, J. Mentschl u. G. Otruba, Altösterr. Unternehmer, 1969, S. 106 ff.;
F. Oppl. Liesing,
Gesch. d. 23. Wiener Gde.bez., 1982, S. 179-81;
A. Brusatti,
Gesch. d. Unilever
Österr., 1985, S. 20 ff.;
F. Mathis, Big Business in
Österr., 1987, S. 322;
Magie d.
Ind., Leben u. Arbeiten im Fabriksza.,
Niederösterr. Landesausst. 1989, S. 239;
ÖBL;
Hist. Lex. Wien.
Autor ↑
Josef MentschlEmpfohlene Zitierweise ↑
Mentschl, Josef, „Sarg, Johann Heinrich Karl“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
437-438
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd139484493.html
Sarg, Karl
Name: Sarg, Karl
Namensvariante: Sarg, Johann Heinrich Karl
Lebensdaten: 1832 bis 1895
Geburtsort: Frankfurt/Main
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Industrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Mentschl, JosefPND: 139484493