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Salm-Reifferscheidt-Raitz, Hugo Franz Erb- und Altgraf zu >>
Salm-Reifferscheidt (-Reifferscheid) (Nieder-Salm)
Salm-Reifferscheidt (-Reifferscheid) (Nieder-Salm)
Grafen (seit 1460), Altgrafen (seit 1628) und Fürsten (Reichsfürsten 1790 beziehungsweise 1804, preußische Fürsten 1816) zu. (katholisch)
Leben ↑
Die Stammreihe des Triergauer Geschlechts beginnt mit Gerhard
v. Reifferscheid (urkundl. 1195-98). Heinrich
v. Reifferscheid zu Bedbur erbte im 14.
Jh. die Herrschaft Dyck. Heinrich IV.
Gf. zu Salm, der ohne Nachkommen starb, bestimmte 1416 testamentarisch dessen Sohn Johann V. (
† 1418) zum Erben der
Gfsch. Salm in Osning (Ardennen). Dessen Sohn
Johann VI. (
† 1475), verheiratet mit der Erbin der Herrschaft Alfter bei Bonn,
Irmgard v. Wevelinghoven (
† 1474), dem durch Urteil des
hzgl. Rats von
|Luxemburg vom 6.2.1455 die
Gfsch. Salm zugesprochen wurde, nannte sich seit 1460 „Graf zu Salm“; er ist der Stammvater der Grafen, Altgrafen und Fürsten zu
S.-R.-Krautheim und Dyck. Der
köln. Erblandmarschall
Werner,
Gf. zu
S., Herr
v. R., Dyck und Alfter, seit 1600 auch von Bedbur und Hakkenbroich (
b. Köln) (1545–1629, s.
ADB 30),
franz. Oberst und
span. Gesandter, erhielt 1628 die
ksl. Anerkennung des Grafenstandes mit Verleihung des Titels „Altgraf“. Seine Enkel teilten sich 1649 den Besitz, wobei
Erich Adolf (1619–73), Stifter der
Linie Bedbur, die halbe
Gfsch. S. und die Herrschaften R., Bedbur sowie Alfter, und
Ernst Salentin (1621–84), Stifter der älteren Linie Dyck, die Herrschaften Dyck und Hackenbroich erhielt. Die Kinder des
Altgf. Franz Wilhelm zu
S.-R. (1672–1734) begründeten die Linien Krautheim-Dyck (
Altgf. Carl Anton, 1697-1755), Hainspach (
Altgf. Leopold, 1699-1769) und Raitz (
Altgf. Anton, 1720-69).
Die Brüder
Joseph (1773–1861, s.
ADB 30) und
Franz (1775–1826), Nachkommen von Ernst Salentin, dem Stifter der Linie
S.-R.-Dyck, wurden 1816 in den
preuß. Fürstenstand erhoben. Joseph, der eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten zur Botanik (
u. a. Hortus Dyckensis) verfaßte und eine in Europa einzigartige Fettblattpflanzensammlung anlegte, wurde 1819 Mitglied der
Leopoldina. Als die Linie mit
Alfred (1811–88), 2. Fürst und Altgraf zu
S.-R.-Dyck, erbliches Mitglied des
preuß. Herrenhauses, erlosch, ging dessen Besitz und Rechte auf die Linie Krautheim-Dyck (vormals Bedbur) über.
Diese Linie, deren Stammvater
Carl Anton Altgf. zu
S.-R.-Bedbur (1697–1755) war, wurde 1803 für den Verlust der
linksrhein. Herrschaft Reifferscheidt-Bedbur durch den Frieden von Lunéville (1801) mit der Herrschaft Krautheim/Jagst entschädigt. 1804 wurde
Franz Altgf. zu
S.-R.-Bedbur (1772–1831) in den Reichsfürstenstand erhoben. 1839 wurde das Fürstentum Krautheim an das
Ghzgt. Baden veräußert, 1888 die Herrschaft Dyck erworben. Fürst und
Altgf. Alfred (1863–1924), Sohn
Leopolds (1833–93), war als Zentrumsabgeordneter Mitglied des Rhein. Provinziallandtags und des Reichstags. Während des 1. Weltkriegs war er Territorialdelegierter des
ksl. Kommissars und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege beim Generalgouvernement in Polen. Mit seinem Sohn
Franz Josef (1899–1958), Statthalter des Ritterordens vom
Hl. Grab zu Jerusalem in Deutschland, erlosch die Linie im Mannesstamm.
Leopold (1699–1769), Sohn des
Altgf. Franz Wilhelm zu
S.-R. (1672–1734) und der
Maria Agnes Gfn. Slavata (1672–1718), Erbin von Hainspach (Böhmen), wurde zum Stammvater der Linie Hainspach, die mit
Altgf. Franz (1819–87, s.
Biogr. Lex. Böhmen),
Geh. Rat,
k. u. k. Kämmerer und Mitglied des Herrenhauses des
österr. Reichsrats, erlosch.
Altgf. Anton zu
S.-R. (1720–69),
k. u. k. Wirkl. Geh. Rat und Obristkämmerer, erwarb 1763 die Herrschaften Blansko und Raitz (Mähren) und wurde zum Stammvater der Linie Raitz. Sein Sohn
Carl (1750–1838, s.
Biogr. Lex Böhmen) wurde 1790 in den Reichsfürstenstand erhoben. 1795 verlor er die von den Franzosen annektierte
Gfsch. Salm in den Ardennen. Sein Bruder
Franz Xaver (1749–1822, s.
ÖBL;
Gatz I) war Domherr zu Köln, Straßburg, Olmütz und Salzburg; seit 1783 Bischof von Gurk und seit 1816 Kardinal, machte er sich als Aufklärer und Mäzen einen Namen. Carls Sohn
Hugo (1776–1836,
s. u.) war Unternehmer, ebenso dessen gleichnamiger Sohn (1803–88, s.
ÖBL;
Biogr. Lex. Böhmen), der seinem Vater 1836 in der Herrschaft nachfolgte (
k. u. k. Kämmerer,
WGR,
Rr. d. Ordens
v. Goldenen Vlies). 1861 wurde er erbliches Mitglied des Reichsrats, ebenso seine Söhne
Hugo Carl Franz (1832–90) und
Siegfried (1835–98, s. H. Slapnicka,
Oberösterr., Die
pol. Führungsschicht 1861-1918, 1983), Landtags- und Reichstagsabgeordneter sowie seit 1895 Oberhofmeister der Großherzogin von Toskana, und sein Enkel
Hugo (1863–1903, alle s.
Biogr. Lex. Böhmen). Dessen Neffe
Christian (1906–73, s. Bad.
Biogr. I, 1982),
Dr. phil., war Kunsthistoriker.
Salm-Reifferscheidt-Raitz, Hugo Franz Erb- und Altgraf zu