Name
Ilg, Albert
Namensvarianten
Jlg, Albert
Lebensdaten
1847 bis 1896
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Lebensstellung
Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Autor NDB
Gerhard Winkler
Autor ADB
-
GND
119300370

Ilg, Albert

Kunsthistoriker, * 11.10.1847 Wien, 28.11.1896 Wien. (katholisch)

  • Genealogie

    V Joh. Martin (* 1818), Papierhändler in W., S d. Schreinermeisters Anton Josef in Dornbirn/Vorarlberg u. d. Katharina Luger; M Friederike (* 1820), T d. Christian May in W. u. d. Elisabeth Bittner; Anna, T d. k. k. Oberleutnants Heinrich Franz u. d. Josefine Drescher; 1 S, 2 T.

  • Leben

    I. studierte in Wien zunächst Germanistik und Geschichte, dann Musik- und Kunstgeschichte. 1871 wurde der Offizial am Österr. Museum für Kunst und Industrie in Wien und wirkte seit 1872 als Dozent für Kunstgeschichte an der Kunstgewerbeschule des Museums. 1876 trat er in die Verwaltung der Kunsthistorischen Sammlungen des Kaiserhauses über, wo er 1884 zum Direktor der Sammlung von Waffen und kunstindustriellen Gegenständen aufstieg und die Neuaufstellung dieser Sammlung leitete (1891 Regierungsrat). – 1885 hatte I. das Kunstreferat bei der „Neuen Freien Presse“ übernommen. Er gab 1885-94 unter dem Titel „Gegen den Strom“ Flugschriften heraus, in denen die Mitglieder einer von ihm gegründeten literarisch-künstlerischen Gesellschaft, der einige Kunstkritiker, Rechtsanwälte, dichtende Beamte und Künstler angehörten, ihre kritischen Arbeiten veröffentlichten.

    Als Kunsthistoriker ging I. von Übersetzungen ital. Kunstschriftsteller der Renaissance aus, die in den von seinem Lehrer Eitelberger begründeten „Quellenschriften zur Kunstgeschichte“ erschienen. Nach einigen Arbeiten auf dem Gebiet des Kunstgewerbes setzte 1882 mit einer Monographie über F. X. Messerschmidt die gründliche Beschäftigung mit dem österr. Barock ein, die in dem großangelegten (unvollendeten) Werk über die Familie Fischer v. Erlach gipfelte. Aus der Wertschätzung für das Barock, das I. für den eigentlichen österr. Baustil hielt, ergab sich der scharfe Gegensatz zu den nichtösterr. Baumeistern der Wiener Ringstraße, Theophil Hansen, Friedrich v. Schmidt und Heinrich Ferstel, deren Pläne er ablehnte. Er hielt die Form der Stadterweiterung überhaupt für verfehlt, da „eine zwar teilweise prunkhafte, teilweise sogar auch künstlerisch schöne, aber ganz zwecklose|Ringstraße und neben ihr zahllose Seitenstraßen, welche, tot und leer, vom Verkehr gemieden, daher auch im ganzen mit Geschäften, Verkaufsläden und Magazinen spärlich besetzt sind“, lediglich „eine prunkvolle Öde“ entstehen lassen. Nach I.s Ansicht hätte man Neu-Wien im Norden oder Osten der alten Stadt anlegen müssen.

    • Werke

      Weitere Werke Buch v. d. Kunst d. Andrea Cennino Cennini, 1871;  Über d. kunsthist. Wert d. Hypnerotomachia Poliphili, 1872 (Diss.);  Lehre d. Heraklius v. d. Farben u. Künsten d. Römer, 1873;  Michelangelo Biondo, Della nobilissima pittura, 1873;  Schedula diversarum artium des Presbyter Theophilus, 1874 (alle in d. „Quellenschrr.“);  F. X. Messerschmidts Leben u. Werk, 1885;  Prinz Eugen als Kunstfreund, 1889;  Die Fischer v. Erlach, Leben u. Werke d. Joh. Bernh. Fischer v. Erlach, 1895. -  Tagebuch (Stadtbibl. Wien I a 76 153), Reisenotizen f. d. J. 1876, 1879, 1881, 1882, 1886 u. 1892 (ebd.).

    • Literatur

      BJ I;  A. Rollelt, in: Neue Btrr. 8, 1890 S. 8;  A. Lhotsky, in: Montfort, 1946, S. 206 ff.;  ÖBL (Werke, Literatur).

    • Portraits

      in Wien, Nat.bibl.

  • Autor

    Gerhard Winkler
  • Empfohlene Zitierweise

    Winkler, Gerhard, "Ilg, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 130-130 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119300370.html
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Ilg, Albert

Ilg, Albert