Name
Ferdinand III.
Namensvarianten
Ferdinand von Würzburg; Ferdinand; Ferdinand III. von Toscana; Ferdinand; Ferdinand <Österreich, Erzherzog, 1769-1824>; Ferdinand <Würzburg, Großherzog>; Ferdinando <III., Toscana, Granduca>; Würzburg, Ferdinand von
Lebensdaten
1769 bis 1824
Geburtsort
Florenz
Sterbeort
Florenz
Beruf/Lebensstellung
Großherzog von Würzburg; Erzherzog von Österreich; Großherzog von Toskana; Kurfürst von Salzburg
Konfession
katholisch
Autor NDB
Alfred Wendehorst
Autor ADB
-
GND
118686763

Ferdinand

Erzherzog von Österreich, Großherzog von Toscana (1791-1801, 1814-24), Kurfürst von Salzburg (1803–05), Großherzog von Würzburg (1806–14), * 6.5.1769 Florenz, 12.6.1824 Florenz,. (katholisch)

  • Genealogie

    V Kaiser Leopold II. ( 1792); M Maria Ludovica ( 1792), T d. Kg. Karl III. v. Spanien ( 1788); B Kaiser Franz II. (I.) ( 1835, s. NDB V), Erzhzg. Karl ( 1847), kaiserl. GFM, Johann ( 1859), Reichsverweser 1848/49; 1) Wien 1790 Louise (1773–1802), T Ferdinands I. (1751–1825), Kg. beider Sizilien, 2) Florenz 1821 Marie (1796–1865), Schw d. Kg. Frdr. Aug. II. v. Sachsen ( 1854, s. NDB V); 2 S, 3 T aus 1), u. a. Leopold II. (1797–1870), Ghzg. v. Toscana 1824–59, Maria Theresia ( Kg. Karl Albert v. Sardinien, 1849); N Marie Luise ( 1847, Kaiser Napoleon I., 1821).

  • Leben

    Von italienischen und deutschen Lehrern erzogen, folgte F. 1791 seinem Vater in der Regierung Toscanas, der Sekundogenitur des Hauses Österreich. Obwohl er als erster Souverän einen Staatsvertrag mit der französischen Republik abschloß, mußte er 1799 sein Land verlassen, das im Frieden von Lunéville (9.2.1801) seine Selbständigkeit verlor. Der Gunst Napoleons verdankt er die Entschädigung mit dem neugebildeten Kurstaat Salzburg (1803), den er aber schon im Preßburger Frieden (26.12.1805) mit dem von Bayern wieder abgetrennten Großherzogtum Würzburg vertauschen mußte. Infolge der französisch-österreichischen Spannungen war seine Stellung als Landesherr zunächst so ungefestigt, daß er erst am 1.5.1806 in Würzburg seinen Einzug hielt. Von der Bevölkerung des Landes, die das kurze bayerische Regiment nicht ohne Grund als Besatzungsregime empfunden und nun ihre staatliche Selbständigkeit wiedererlangt hatte, wurde er mit unverhohlener Freude begrüßt. Durch die nachträgliche Aufnahme Würzburgs in den Rheinbund (25.9.1806) gelang es dem von Frankreich überforderten und von Bayern, das zahlreiche Enklaven im Großherzogtum behaupten konnte, bedrohten Regenten, sein schwaches Staatswesen zu stabilisieren, freilich um den Preis jeder außenpolitischen Bewegungsfreiheit. Die bedingungslose Unterwerfung unter Napoleons Willen brachte F. 1810 eine Abrundung seines Landes ein. In der Staatsverwaltung übernahm er im allgemeinen die bayerischen Einrichtungen, doch machte er zahlreiche das kirchliche Leben reglementierende Verordnungen rückgängig. Die im Volke nie populär gewordene Verbindung mit Frankreich, wachsender Einfluß des österreichfreundlichen Adels und Klerus bei Hofe bahnten einen Umschwung in der Politik an, der sich allerdings erst auswirken konnte, als man mit dem Sturze des Imperators rechnete. Am 26.10.1813 löste F. sich von Napoleon und trat der Allianz bei. Durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag (3.6.1814), in welchem sein Bruder über das Großherzogtum wie über einen Teil der kaiserlich und königlichen Erbländer verfügte, verlor er das Land an Bayern und kehrte nach Toscana zurück, das ihm durch den 1. Pariser Frieden restituiert worden war. F., dessen Passivität und Entschlußscheu selbst weniger aufmerksame Zeitgenossen beobachteten, regierte, von seinen Untertanen mehr geachtet als geliebt, sowohl in Toscana als auch in den Staaten, in die er sich durch Napoleon versetzen ließ, als aufgeklärter Absolutist mit regen musischen, doch geringen geistigen Interessen.

    • Literatur

      Würzburger Regierungsbl. 4-12, 1806-14;  A. v. Reumont, Gesch. Toskanas II, 1877;  Autobiogr. d. Staatsrats Ch. J. B. v. Wagner, in: Archiv d. Hist. Ver. v. Unterfranken 47, 1905, S. 1-124;  A. Chroust, Das Ghzgt. Würzburg (1806–14), 1913 (Porträt)ders., in: Ll. aus Franken IV, 1930, S. 142-72 (Literatur)ders., Gesch. d. Ghzgt. Würzburg (1806–14), 1932;  L. Günther, Würzburger Chronik III, 1925 (Porträt);  J. F. Abert, Aus Würzburgs Biedermeierzeit, 1950;  Nouv. Biographie, Biography, BiografiaWurzbach VI (unter Habsburg).

    • Portraits

      Ölgem. v. K. K. Fesel (Würzburg, Mainfränk. Mus.).

  • Autor

    Alfred Wendehorst
  • Empfohlene Zitierweise

    Wendehorst, Alfred, "Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 96 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118686763.html
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Ferdinand III.

NDB Genealogie:

Ferdinand III.