Name
Benzel-Sternau, Karl Graf von
Namensvarianten
Benzel-Sternau, Karl Christian Ernst Graf von; Benzel-Sternau, Christian Ernst Graf von; Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst Graf von; Bentzel-Sternau, Christian Ernst Graf von; Bentzel Sternau, Ch. E. von; Bentzel Sternau, Christian E. von; Bentzel Sternau, Christian Ernst von; Bentzel von Sternau, Chr. Ernst von; Bentzel von Sternau, Karl Christian Ernst; Bentzel von Sternau, Karl Christian Ernst von; Bentzel-Sternau, Carl C. von; Bentzel-Sternau, Carl Christian Ernst von; Bentzel-Sternau, Christ. Ernst von; Bentzel-Sternau, Christian E. von; Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst von; Benzel Sternau, Ch. C.; Benzel Sternau, Christian E. von; Benzel Sternau, Christian Ernst von; Benzel, Ch. C. von; Benzel, Christian C. von; Benzel, Christian von; Benzel-Sternau, Carl C. von; Benzel-Sternau, Carl Christian Ernst von; Benzel-Sternau, Carolus de; Benzel-Sternau, Christian E. von; Benzel-Sternau, Christian Ernst von; Benzel-Sternau, Ernst Karl Christian zu; Benzel-Sternau, Karl Christian Ernst von; Benzel-Sternau, Karl von; Benzel-Sternau, Paul C. von; Cocles, Horatius; Sternau, Carl C. von; Sternau, Christian E. von; Sternau, Christian Ernst von Bentzel-
Lebensdaten
1767 bis 1849
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
Mariahalden/Zürichersee
Beruf/Lebensstellung
Schriftsteller; Staatsmann
Konfession
katholisch,evangelisch
Autor NDB
Franz Anselm Schmitt
Autor ADB
Walther.
GND
11612363X

Ben(t)zel-Sternau, Karl Christian Ernst Freiherr von, Graf von (seit 1790)

Beamter und Schriftsteller, * 9.4.1767 Mainz, 13.8.1849 Mariahalden/Zürichersee. (katholisch, seit 1827 evangelisch)

  • Genealogie

    V Anselm Franz von Benzel-Sternau s. (1); 1805 Marie Anne Sophie Therese Freiin von Seckendorff (1783–1838); 2 S.

  • Leben

    Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium wurde B. 1791 kurmainzischer Regierungsrat in Erfurt, wo er Wieland kennenlernte, und 1803 Staatsrat des Kur-Erzkanzlers in Regensburg. 1806-11 stand er in badischen Diensten, indem er 1807 das Amt des Direktors der Generalstudienkommission, 1808 des Ministeriums des Innern und 1810 jenes des Präsidenten des Mannheimer Hofgerichts bekleidete. Als Großherzog von Frankfurt ernannte ihn Karl Theodor von Dalberg 1811 zu seinem Staats- und Finanzminister. Nach Auflösung des Großherzogtums (1813) lebte B. im Ruhestand auf seinen Gütern Emmerichshofen bei Hanau und Mariahalden bei Erlenbach/Zürichersee, betätigte sich aber 1825-28 als Abgeordneter der bayerischen Ständekammer. Am 19.8.1827 trat er in Frankfurt/Main mit seinem Bruder Gottfried von der katholischen zur protestantischen Kirche über. Im Stil Jean Pauls schrieb er mehrere Erzählungen, Romane und Dramen, die sich ironisch-satirisch mit Adel und Geistlichkeit befassen. Die Zeitgenossen lobten seine im Geist Wielands gehaltenen, jedoch wenig originellen Dichtungen wegen ihres Reichtums an Welt- und Menschenkenntnis.

    • Werke

      unter anderem, und andere Das goldene Kalb. Eine Biogr., 1802; Der steinerne Gast. Eine Biogr., 1808; Hoftheater v. Barataria, od. Sprichwortspiele, 1828. W-Verz. in: Brümmer I, S. 37; Goedeke V/2, 1893, S. 468 f.; Kosch, Lit.-Lex. I.

    • Literatur

        ADB II;  K. Bartsch, K. B.-St., in: Bad. Biogrr. I, 1875, S. 72 f.;  Kürschners Dt. Nat.lit. 137, 1895, S. 433-86 (Werke-Auszug);  R. W. Dereich, Gf. B.-St., Ein Btr. z. Gegenromantik im Beginn d. 19. Jh., Diss. Frankfurt 1920 (ungedruckt);  K. Rugenstein. Gf. v. B.-St., Ein Lb. aus d. Anfang d. 19. Jh., Diss. Rostock 1922 (Auszug 1923);  W. E. Oeftering, Gesch. d. Lit. in Baden II, 1937, S. 38-40 (Porträt);  E. Reinhard, Der Briefwechsel d. Gf. K. Ch. zu B.-St. mit Ignaz Heinr. v. Wessenberg, in: ZGORh, NF 55, 1942, S. 202-65.

    • Portraits

      Kupf. v. J. G. Nordheim nach Gem. v. A. Graff, 1793 (Bilderslg. d. Gen.landesarchivs Karlsruhe u. Bildnissig, d. Nat.bibl. Wien); Steindruck v. Blau (Kupf.kab. Dresden).

  • Autor

    Franz Anselm Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Franz Anselm, "Benzel-Sternau, Karl Christian Ernst Freiherr von, Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 59 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11612363X.html

Bentzel, Christian Ernst

  • Leben

    Bentzel: Christian Ernst Graf von Bentzel-Sternau, Staatsmann und Schriftsteller, geb. zu Mainz 9. April 1767, 13. August 1849. Er ward 1791 Regierungsrath zu Erfurt, 1803 kurerzkanzlerischer Staatsrath, 1804 geheimer Staatsrath, trat aber 1806 als Director der Generalstudiencommission und geheimer Rath beim Polizeidepartement in badische Dienste, ward hier 1808 Ministerialdirector des Inneren und 1810 Oberhofgerichtspräsident zu Mannheim. 1812 zum Staats- und Finanzminister des Großherzogthums Frankfurt ernannt, zog er sich 1813 nach Auflösung des Großherzogthums ins Privatleben zurück, abwechselnd auf seinem Gute Emrichshofen bei Aschaffenburg und auf seinem Landsitz Mariahalden am Zürcher See lebend. Nur nahm er noch als Abgeordneter in den Jahren 1825—28 an den Verhandlungen der bairischen Kammern einen hervorragenden Antheil. Den dort verhandelten Fragen gelten neben anderen kleineren Schriften seine "Baiernbriefe, oder Geist der vier ersten Ständeversammlungen des Königreichs Baiern", 1831. Vielfach mit religiösen Fragen beschäftigt, trat er 1827 mit seinem 1832 verstorbenen Bruder Gottfried zur evangelischen Kirche über. (Vgl. seine Briefe darüber in Paulus' "Sophronizon", 1829 Bd. 11, Heft 3.) Mit G. Friederich gab er den 3. und 4. Jahrg. der Zeitschrift "Der Protestant", 1829—30 heraus. Wie B. in den politischen Schriften überall den gereiften und erfahrenen Geschäftsmann zeigt, so hier den ernsten und vorurteilsfreien Denker. — Als Dichter schließt er sich am nächsten der Richtung der romantischen Schule und Jean Pauls an. Daher ist er auch in seinen Dramen, für die es ihm an Gestaltungskraft fehlte, am wenigsten glücklich. Wir nennen "Weiß und Schwarz", Lustspiel, 1825; "Hoftheater von Barataria oder Sprüchwörterspiele", 4 Bde. 1828. "Mein ist die Welt", Lustspiel, 1831; "Der Geist von Canossa", Schauspiel, 1839; "Die jüngsten Feigenblätter", Schauspiel, 1840. Glücklicher ist er in seinen zahlreichen, zum großen Theil humoristischen Erzählungen. Insbesondere machte ihm nach allerlei voraufgegangenen Novellen und Geschichten "Das goldene Kalb, eine Biographie", welche 1803—4 in 4 Bdn. anonym erschien, einen Namen. Es folgten die "Lebensgeister aus dem klarfeldschen Archiv", 4 Bde. 1805; "Gespräche im Labyrinth", 1805; "Proteus oder das Reich der Bilder", 1806; "Titania oder das Reich der Mährchen", 1807; "Morpheus oder das Reich der Träume", 1807; "Der steinerne Gast, eine Biographie", 1808; "Jason, eine Monatsschrift", 1808—11; "Pygmäenbriefe", 1811; "Der alte Adam", 1819 u. a. m. Auch einige Uebersetzungen: "Der Cid" (nach Corneille) 1811; "Young's Nachtgedanken", 1825 u. a.

    • Literatur

      Vgl. N. Nekrol. XXVII. (1849) S. 635 ff.

  • Autor

    Walther.
  • Empfohlene Zitierweise

    Walther, "Bentzel, Christian Ernst" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 348 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11612363X.html?anchor=adb

Benzel-Sternau, Karl Graf von

Benzel-Sternau, Karl Graf von